Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Freiheitskriege: 1809, 1813. 
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einig zu werden. In dieser Richtung hatten schon seit Anfang 
Februar immer eingehendere Verhandlungen stattgefunden. 
Jetzt, am 27. Februar, führten sie zu einem Angriffsbündnis 
mit Rußland, in welchem sich der Zar verpflichtete, „die 
Waffen nicht niederzulegen, solange Preußen nicht wieder her— 
gestellt sein wird in den statistischen, finanziellen und geo— 
graphischen Verhältnissen, entsprechend dem, was es vor dem 
Kriege von 1806 war“. Und um dies zu erreichen, versprach 
der Zar, „zu den Entschädigungen, welche die Umstände er— 
heischen könnten, im Interesse beider Staaten selbst und zur 
Vergrößerung Preußens alle Erwerbungen zu verwenden, 
welche durch ihre Waffen und ihre Unterhandlungen im nörd— 
lichen Teile Deutschlands gemacht werden können, mit Aus— 
nahme der alten Besitzungen des Hauses Hannover“. War 
damit die territoriale Zukunft Preußens in Deutschland während 
des bevorstehenden Kampfes und vor allem nach ihm ziemlich 
ficher gestellt, so fehlte dagegen eine gleiche bestimmte Aussprache 
hinsichtlich der preußischen Ansprüche in Polen: schon zeigte sich, 
daß der Zar in dieser Hinsicht seine besonderen Anschauungen 
hatte und nach dieser Richtung, nicht ohne Berechtigung, den 
dereinstigen Lohn Rußlands für die Fortsetzung des Kampfes 
gegen Frankreich suchte; und nur das war zum Ausdrucke 
gebracht, daß der Zar dem Könige von Preußen unter seinen 
gegenwärtigen Besitzungen ganz besonders auch das alte 
Preußen gewährleiste, „dem ein Gebiet angeschlossen werden 
soll, welches in allen, sowohl militärischen als geographischen 
Beziehungen diese Provinz mit Schlesien verbindet“. 
Das Bündnis vom 27. Februar ist dann später noch 
durch Bestimmungen einer Konvention vom 19. März, der so— 
genannten Kalischer Konvention, vervollständigt worden, deren 
wichtigster Satz sich mit dem künftigen Schicksale des außer— 
preußischen Deutschlands beschäftigte. Da wird vor allem 
festgelegt, daß jeder deutsche Fürst, der in einer bestimmten 
Zeit nicht der Aufforderung der Verbündeten, den Kampf 
gegen Napoleon mit aufzunehmen, entsprechen sollte, mit dem 
Verluste seiner Staaten büßen solle. Und für die zunächst zu
	        
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