Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Freiheitskriege: 1809, 1815. 418 
hebt, das ist das leise anklingende, aber dennoch den Grundton 
hildende Moment des Vrotestantismus: 
Gott, ich erkenne dich! 
So im herbstlichen Rauschen der Blätter 
Als im Schlachtendonnerwetter, 
Urquell der Gnade, erkenn' ich dich: 
Vater, du segne mich! 
(Körner.) 
Es ist ein Moment, das wilden Fanatismus in merk—⸗ 
würdiger Verquickung mit religiösen Elementen nicht aus⸗ 
schließt; und wie oft mag diese Mischung die Seele der Massen 
heherrscht haben, wenn sie sogar in der persönlichen Dichtung 
hervortritt: 
So komm, du treue Kugel, 
Wir langen dich hervor 
Und senken mit frommem Gebete 
Dich in das Feuerrohr. 
Streut Pulver auf die Pfanne, 
Ihr Jäger, spannt den Hahn! 
Uud nun in Gottes Namen, 
Wir sind die ersten voran. 
(Fr. Chr. Förster.) 
Dennoch läßt sich behaupten, daß wohl niemals ein Volk 
in seinem Zorne, in seiner gerechten Wut mäßiger und eben 
dadurch erfolgreicher gewesen ist. Was die Massen band, war 
doch in den Tiefen die protestantische Zucht; und wirksam 
waltete sie im Dienste des Vaterlandes. Da war es wahrlich 
kein leeres Zeichen, wenn jeder Wehrmann das schlichte Land⸗ 
wehrkreuz auf der Stirne trug; und die Empfindung von 
Millionen wurde getroffen, als Friedrich Wilhelm als Ehren⸗ 
zeichen der Tapferkeit im kommenden Kriege das alte Kreuz 
der preußischen Ordensritter wieder aufleben ließ: 
Heil'ges Kreuz, ihr dunkeln Farben, 
Seid in jede Brust geprägt, 
Männern, die im Glauben starben, 
Werdet ihr aufs Grab gelegt;
	        
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