14 J Dreiundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel.
Um die kühnen Heldengeister
Schlingt sich dieses Ordensband,
Und der König ist sein Meister,
Der das alte Zeichen fand.
(M. von Schenkendorf.)
Und dies schlichte Kreuz aus Eisen, jedem Helden jedes
Standes und jeder kriegerischen Dienstart zugänglich: ein
Symbol wurde es zugleich des gemeinsamen Kampfes aller,
der Erfüllung einer allen gemeinen Wehrpflicht: ein echt demo—
kratisches Zeichen.
„Dir will ich meine Rettung danken,
Ob auch verzagte Seelen schwanken,
Dir, treues Volk, nur dir allein!
Ihr alle sollt ein Ritter heißen,
Ich schmück' euch mit dem Kreuz von Eisen,
Auf! in die blut'ge Schlacht hinein!“
A
Die alten Ketten sind gebrochen,
Zur Freiheit wendet euern Blick!
Wir kannten Herren nur und Knechte,
Heut gab die unverjährten Rechte
Ein König seinem Volk zurück!
(Fr. Chr. Förster.)
Denn was den nun beginnenden Kampf auszeichnete,
das war die allgemeine Teilnahme: kein Krieg des Adels,
keiner der Bürger, keiner der Bauern allein war er zu
nennen. Gewiß drängt jede große Kriegsnot die unteren
Schichten hervor: ein elementares Ereignis, entfesselt sie
menschliche Ureigenschaften und die wichtigsten Träger dieser,
die Massen. So war nicht zu zweifeln, daß der Bauer vor
allem der Held der kommenden Kämpfe sein werde: auf den
Schlachtfeldern des Befreiungsjahres hat er die wirtschaft⸗
liche Freiheit, die ihm zu werden begann, verdient und ein
erstes Anrecht auf politische Freiheit gewonnen.
Die Siegesfaat, die Freiheitssaat,
Wie herrlich wird sie sprießen!
Du, Bauer, sollst für folche Tat
Die Ernten selbst genießen.
(M. von Schenkendorf.)