Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Freiheitskriege: 1809, 1815. 
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der Verbündeten mit ihm und sterreich willigte, die am 
10. Juli in Prag beginnen sollte. 
Was aber haben nun die beiden Parteien mit dieser 
Konvention eigentlich beabsichtigt? Im Grunde wohl beide 
dasselbe. Beide wollten nur Zeit gewinnen, um noch stärker 
zu rüsten und dann loszuschlagen. Denn was konnte man 
im Grunde von dem Prager Friedenskongreß noch erwarten? 
Schon sprach alles für einen fröhlichen freien Krieg unter 
Hsterreichs Eintritt. 
Der Prager Kongreß hielt, was er versprochen hatte. 
Man kam überhaupt nicht zu Verhandlungen über den Inhalt 
der Vermittlungsvorschläge der Verbündeten und ÄÖsterreichs; 
man stritt endlos nur um die Form, in der man verhandeln 
wolle. Hinter den Kulissen aber wurde immer deutlicher, daß 
nun auch die Verbündeten, jetzt ganz wieder ihrer Heere sicher, 
entschieden zum Kriege drängten. Am 10. August endete die 
Farce, und der Kampf begann von neuem: jetzt der große, er⸗ 
hebende Krieg, der Krieg der Befreiung. 
Freilich: wenn Osterreich nun auf die Seite der Ver⸗ 
hundeten trat, jetzt, nachdem Metternich die patriotischen Er⸗ 
regungen innerhalb seiner Grenzen gedämpft hatte, so darf 
man nicht denken, daß dies noch mit einem Pathos großer 
Gefühle geschehen sei. Gleichwohl aber flackerte hier und da doch 
noch die Flamme wahrer Vaterlandsliebe, ja da und dort so— 
gar deutschen Bewußtseins auf: noch war das Verwandtschafts⸗ 
gefühl der Deutschen diesseits und jenseits der schwarzgelben 
Pfähle keineswegs am Erlöschen. Und als die Monarchen am 
18. August in Prag zusammentrafen, um von dort aus die 
wichtigste der verbündeten Armeen, die böhmische, in den Kampf 
zu begleiten, da war doch auch so mancher Hsterreicher durch— 
drungen von der allgemeingeschichtlichen Größe des Augen— 
blicks. 
Es war in einem Momente, da sich auch die allgemeine 
europäische Lage für die Verbündeten gunstig gestaltete. In 
Spanien, wo seit drei Jahren von Franzosen, Spaniern und 
Engländern mit wechselndem Glücke gekämpft worden war,
	        
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