Weitere Kämpfe geg. Frankreich; Wiener Kongreß; Heil. Allianz. 451
Seitdem Bayern so zu Gnaden aufgenommen war, konnte
auch Württemberg ähnliche Vorteile erhoffen, obwohl hier der
schlimme Tyrann König Friedrich eine ganz besondere Be⸗
strafung verdient hätte. Und Württemberg hatte vielleicht
noch dringlicheren Anlaß, den raschen Anschluß an Osterreich
zu suchen. Denn schon konnte es so scheinen, als werde
Bayern versuchen, unter Überwältigung des kleineren König⸗
reiches eine führende Stellung in Süddentschland zu erringen:
schon vermeinte man die ersten schattenhaften Spuren des
künftigen Triasgedankens der Verwirklichung entgegengehen zu
sehen. So kam es, während König Friedrich „die Minuten
zählte“, am 2. November 1813 zu dem Vertrage von Fulda.
Nach ihm trat das Land in die Koalition der Mächte ein,
was natürlich wie bei Bayern die Aufgabe des Rheinbundes
zur Folge hatte, behielt seinen Besitz und erhielt auch seine
Souveranität schließlich gewährleistet „unter der Garantie der
politischen Beziehungen, welche sich ergeben werden aus den
Auordnungen, die beim künftigen Frieden zur Herstellung und
Sicherung der Unabhängigkeit und Freiheit Deutschlands ge⸗
troffen werden sollen“.
In welcher Art waren nun dabei diese „politischen Be⸗—
ziehungen“ vorgestellt? Am 5. November schrieb Gentz, der
getreue Schildknappe Metternichs, an seinen Herrn: „Ich denke
mir, daß die Grundlage aller bevorstehenden politischen Ver⸗
handlungen zwischen dem Kaiser Alexander und Ihnen von
allen Seiten vorbereitet und in geheimen Konferenzen der⸗
gestalt festgesetzt werden wird, daß jede Hauptfrage schon ent⸗
schieden sei, wenn andere zur Teilnahme an diesem Geschäfte
gezogen werden, ... daß zwischen Osterreich und Rußland
derabredet und festgesetzt sei, wie das Gebiet von Deutschland
unter die verschiedenen deutschen Mächte verteilt werden oder
bleiben soll . .. Von dem Augenblicke an, da die Verteilung
der Macht, die Grenzbestimmung und der Besitzstand im gauzen
entschieden sind, und nun zwischen den Alliierten selbst
keine großen und wesentlichen Differenzen mehr vorkommen
können, von diesem Augenblicke an tritt Rußland, das nun
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