30 Dreiundzwanzigstes Buch. Erstes Kapitel.
die anarchischen Gefühle die große Forderung einer subjek—
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Vorbedingung jeder haltbaren subjektivistischen Staatsbildung
anknüpfte und sie verwirklichte: es war der eigentlich originale Bei⸗
trag unserer Nation zur Durchbildung des modernen öffentlichen
Lebens des Subjektivismus überhaupt, ein Beitrag von schlecht⸗
hin universalgeschichtlicher Bedeutung. Und wir werden nicht
minder sehen, wie die republikanischen Gefühle zu der Forderung
eines modernen Staatswesens verdichtet wurden, dessen prak—
tische Durchbildung, durch das Dazwischentreten der franzb⸗
sischen Revolution und ihrer Folgeereignisse verhindert, schließ—
lich doch, wenn auch unter mancherlei Abstrichen, im 19. Jahr—
hundert gelungen ist.
II.
Ehe sich indes aus den gärungsreichen Wallungen der poli⸗
tischen Gefühle von Empfindsamkeit und Sturm und Drang
festere Gebilde politischer Forderungen und Systeme aus—
kristallisierten, gelangten in gewissem Sinne noch einmal der
aufgeklärte Absolutismus und seine Vertreter zum Wort. Es
ist eine Erscheinung, die dem Synkretismus von frühem Sub—
jektivismus und alterndem Individualismus auf philosophischem
Gebiete, wie er sich in den Lehren der Popularphilosophen
und teilweise noch Kants zeigte, parallel lief: parallel auch
einem verwandten Synkretismus auf dem Gebiete der Dichtung
und der bildenden Künste.
War aber dieser Mischerscheinung eine weitreichende
Wirkung beschieden, so lag das vor allem darin begründet,
daß die absolute Monarchie einem großen Teile der in ihrem
Verlaufe aufgestellten Forderungen noch ihren machtvollen Arm
zur Vollstreckung lieh. Und dieser Zusammenhang wurde wieder
durch den besonderen Charakter dieser Monarchie ermöglicht.
In gewissem Sinne war schon in der mittelalterlichen
Verfassung Deutschlands dem direkten Einflusse der sozialen auf
die innere politische Entwicklung vorgebeugt gewesen, oder