Weitere Kämpfe geg. Frankreich; Wiener Kongreß; Heil. Allianz. 453
schließlich zu Braunschweig, Oldenburg und Bremen, mochte
sogar Sachsen die erste leise Hoffnung schöpfen, ein selbständiger
Staat zu bleiben. Zwar hatte sein König noch über die Tage
von Leipzig hinaus Napoleon Fahnenfolge geleistet. Aber
schon im Februar 1813 hatte ihn Metternich des festen Willens
Osterreichs getröstet, niemals auch nur ein preußisches Pro—
tektorat in Norddeutschland oder einen Einfluß Preußens auf
die deutschen Zwischenstaaten zuzulassen; und bereits am
20. April 1818 hatte ihm Kaiser Franz in einer besonderen
Konvention die Unverletzlichkeit seiner erblichen Besitzungen
nach den letzten Verträgen gewährleistet. Ja noch mehr:
Geheimartikel dieser Konvention hatten bestimmt, daß sterreich
für die Rückgabe des von Preußen eingenommenen Kottbuser
Kreises an Sachsen eintreten werde, und daß weder über
Erfurt, noch über die Länder der sächsischen Herzöge in
Thüringen, noch über Anhalt, Schwarzburg oder Reuß anders
als zu gunsten des sächsischen Königreiches verfügt werden
dürfe. Dafür hatte denn freilich der König versprochen,
sich jeder Teilnahme an dem bevorstehenden Feldzuge zu
enthalten. Aber war es dem Könige nicht durch Napoleon
gleichsam unmöglich gemacht worden, diesem Versprechen gerecht
zu werden? Zu den Staaten, denen im Teplitzer Vertrage
vom 9. September 1813 die „volle und ganze Unabhängigkeit“
zugesichert wurde, gehörte nach Metternichs Meinung auch
Sachsen, mochte auch Friedrich August als Kriegsgefangener
nach Potsdam abgeführt worden und sein Land der Admini—
stration durch den Verwaltungsrat der Allianz unterstellt
worden sein.
So darf man sagen: noch ehe Frankreich besiegt, ja fast
ehe es von den verbündeten Armeen aufgesucht worden war,
war die Sache Deutschlands verloren.
II.
Inzwischen aber erhielten die Sorgen des Feldzuges oder
richtiger der abschließenden Behandlung der Gegnerschaft Napo—