Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

458 Dreiundzwanzigstes Buch. Fünftes Kapitel. 
VII 
für die Politik Metternichs allerlei Versuche reaktionärer Ein— 
griffe in das freie Verfassungsleben der Kantone und der Eid— 
genossenschaft, deren voller Erfolg schließlich nur durch russischen 
Einspruch vereitelt wurde. Mit dem Abmarsche der Haupt-⸗ 
armee nach der berühmten, angeblich unangreifbaren Zentral— 
stellung bei Langres aber ging der Vormarsch der ehemaligen 
schlesischen Armee unter Blücher Hand in Hand: wie Schwarzen⸗ 
berg von Langres her, so sollte Blücher vom Rheine aus über 
die Champagne nach Paris vorbrechen, bis sich die konzentrisch 
zusammenstrebenden Heere vor oder in der Hauptstadt des 
Feindes treffen würden. Mit diesem Plane war von vorn⸗— 
herein der schlesischen Armee die wichtigere und größere Auf— 
gabe und vor allem die Initiative zugewiesen; denn sie ging 
schon vor, während sich für die Hauptarmee erst der langwierige 
Linksabmarsch ergab: und so waren es denn vor allem die 
preußischen Truppen, denen die Lasten des Feldzuges in der⸗ 
selben Zeit zufielen, da Metternichs österreichische Diplomatie 
Preußen um die Früchte dieses Feldzugs betrog. 
Unter welchen Hoffnungen der deutschen Patrioten aber 
zog nicht Blücher in der Neujahrsnacht von 1813 zu 1814 bei 
Caub über den Rhein, während Teile seiner Armee gleichzeitig 
den Übergang bei Mannheim und Koblenz erzwangen. 
O schauet, wie ihm leuchten die Augen so klar! 
O schauet, wie ihm wallet sein schneeweißes Haar! 
—A — 
Drum kann er Verwalter des Schlachtfeldes sein ... 
Drum blaset, ihr Trompeten! Husaren heraus! 
Du reite, Herr Feldmarschall, wie Winde im Saus! 
Dem Siege entgegen, zum Rhein! über'n Rhein! 
Du tapferer Degen, in Frankreich hinein! 
(E. M. Arndt.) 
Und überraschend schnell verlief der Vormarsch der 
schlesischen Armee auch jenseits des Rheines. Ohne viel Wider— 
sund zu finden, konnte Blücher die Richtung über Metz und 
Nancy auf Troyes festhalten: in Troyes aber sollte die Ver—
	        
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