Die Spätromantik.
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kam in die Fortsetzung des Werkes, als sich Friedrich Wilhelm IV.
seiner als König alsbald mit Begeisterung annahm; 1880 wurde
der Dom vollendet. In den sechzig Jahren der neuen Arbeit
an ihm lassen sich, sieht man von dem noch recht unverständigen
Wirken des ersten Dombaumeisters Ahlert ab, vornehmlich zwei
Phasen unterscheiden, die sich an die Namen der Dombaumeister
Zwirner und Voigtel knupfen. Voigtel hat den Dombau zu
einer Zeit abgeschlossen, da man die Formen der Frühgotik
— der Dom ist im Jahre 1248 gegründet — wissenschaftlich
schon gut kannte, in der allgemeinen Bewegung der Baukunst
aber frühgotischen Formen schon ferner getreten war. Für die
Zeit, die uns hier beschäftigt, ist Zwirners Tätigkeit von
höchster Wichtigkeit gewesen; seine Blütezeit waren die zwanziger
und dreißiger Jahre. Zwirner hat der Linienführung der Na⸗—
zarener und ihrer Nachfolger parallel und unter einem gewissen
Einfluß auch noch des klassizistischen Baugedankens eine Gotik
besonderer Art entwickelt. Sie ist von einer Symmetrie, einem
Einflusse des Zirkels und einer mechanischen Gleichmacherei be—
herrscht, wie sie das Mittelalter niemals, auch nicht in den
Zeiten der Frühgotik, gekannt hat; und da in ihr die Formen⸗
welt des Mittelalters, vielleicht unter der Einwirkung Winckel—
mannscher Ideen von der stillen Größe der Alten, auch noch
beschränkt und vereinfacht wird: so tritt eine weiblich-graziöse,
in der Tat der romantischen Malerei stilistisch gut zur Seite
gehende Kunst ans Licht, von deren gefälligen, etwas süßlichen
Formen die Fassade des südlichen Querschiffs des Domes mit
ihrem überreichen Portalbau, ganz eine Schöpfung Zwirners,
vielleicht die beste Anschauung gibt. Wurden diese Formen
dann an kleineren und weniger wichtigen Bauten in reduziertem
Maße angewendet, so erhielt man die Gotik der Apollinaris-
kirche bei Remagen, eines Werks Zwirners aus den dreißiger
Jahren: Formen, die gleich leicht auf Schloßbau, Villenbau
und bürgerliche Architektur übertragbar waren und in diesem
Sinne tatsächlich auch in zahlreichen Bauten der vierziger und
fünfziger, ja noch sechziger Jahre Verwendung gefunden haben.
Es ist eine etwas gemacht-anmutige, eine auf gelegentlich recht