Die Frühromantik.
Dürers, Holbeins und Vischers ein neuer Idealismus, nicht
ohne Beihilfe der Antike, beschert wurde.
Es sind Zeiten, in deren Antlitz und Seele die große
Anzahl der Quellen schon tiefer zu schauen gestattet. Aber
weit übertroffen werden sie in dieser Hinsicht doch durch die
Menschenalter des Uberganges von Individualismus zu Sub⸗
jektivismus. Und da ist es denn nicht zu verwundern, daß
der Verlauf der seelischen Entwicklung damit wiederum noch
deutlicher, sozusagen in allen seinen Nuancen, hervortritt.
Doch ist es nicht die Aufgabe, ihn hier in dieser Hinsicht
nochmals auch nur zusammenfassend zu verfolgen?. Wir haben
vorwärts zu schauen und nicht hinter uns. Und da ist das
Problem dielmehr dies, den Unterschied in der Entwicklung
der ersten Periode des Subjektivismus in der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhunderts gegenüber der Entwicklung der zweiten,
um etwas mehr als ein Jahrhundert später liegenden Periode
festzustellen und dadurch Grenzwerte zu gewinnen, welche in
das allgemeinste Verständnis der dazwischenliegenden Zeiten,
vor allem und zunächst der Romantik, einzuführen geeignet sind.
Die äußere Entwicklung des jungen subjektivistischen Zeit⸗
alters war natürlich die eines Naturalismus neuen Schlages bis
hin zu einem ersten Versuche, diesen in ideale Werte zusammen⸗
zufassen und dadurch abzulösen; und der naturalistischen Disso⸗
ziation ging wie der Regel nach eine wirtschaftliche und soziale
boraus: langsam und leise stellten sich seit der zweiten Hälfte des
17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts und darüber hinaus bis
zu den Zeiten der Auflösung des alten Reiches die Formen
eines primitiven Wirtschafts- und Gesellschaftslebens der Unter⸗
nehmung ein. Allein eigenartig war diesen Zeiten doch, daß
neben den ökonomischen und sozialen in sehr beträchtlichem
Maße auch geistige Faktoren das neue Zeitalter und die be—
sonderen Summen von Reizen, aus denen es hervorging, vor⸗
bereiten halfen: so die neue mechanische Naturwissenschaft, wie
sie seit Galilei und Newton sich entfaltet hatte, so die außer—
Val. die eingehende Darstellung im achten Bande.