Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Spätromantik. 
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Tat war dies das Wesentliche der Zeit. Natürlich aber 
mußte in diesem Zusammenhange die entscheidende Stelle aller 
Förderung da liegen, wo Induktion und. Mathematik evident 
und mit sicherster Wirkung zusammentrafen. 
Dies war der Fall in der Frage der Erkenntnis der einfachsten 
Bewegungsvorgänge innerhalb des Gebietes der anorganischen 
Natur: im Bereiche der Forschungen über die schiefe Ebene, die 
Fallgesetze, die elementarsten Gesetze des Gleichgewichts. Hier er⸗ 
reichten darum Männer wie Stevinus, Kepler, Galilei, Huyghens 
und andere zuerst die Übereinstimmung der Gegebenheiten des 
Experimentes mit den Resultaten mathematischer Berechnung!: 
und damit das Ideal individualistischen Denkens. Und als es 
dann gar Newton noch gelang, auf Grund der Errungen⸗ 
schaften dieser Denker die Bewegungen der Himmelskörper des 
Sonnensystems und damit den inneren Zusammenhang des 
ganzen der Zeit fast allein genauer bekannten Kosmos verständlich 
zu machen: da war der Sieg dieser ganzen Denkrichtung, der 
Triumph der anorganischen Naturwissenschaften, entschieden. 
Die auf die Erklärung einfachster Bewegungsvorgänge 
angewandte mathematische Wissenschaft aber nannte man Mecha⸗ 
nik: und von ihr empfing darum die gesamte Art der neuen 
Naturbetrachtung die Bezeichnung der mechanischen. Es war 
eine Betrachtungsweise, die sich bis zur Mitte des 19. Jahr⸗ 
hunderts allerspätestens insofern vollendete, als bis dahin, 
ganz in der Konsequenz noch individualistischen Denkens, die 
Wissenschaft der Mechanik, so wie diese im 17. und 18. Jahr— 
hundert verstanden worden war, völlig ausgebaut wurde: die 
großen Systeme namentlich der Franzosen im zweiten und 
dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, eines Lagrange und 
Laplace?, bedeuteten ihren Abschluß. 
Mit den Errungenschaften des 17. Jahrhunderts hatte sich 
aber im allgemeinen die Kraft der naturgeschichtlichen Fors chung 
der individualistischen Zeit, wenigstens auf dem besonderen 
S. Band VII, l, S. 69 ff. 
2 S. Band VII, 1, S. 73, 78 ff.
	        
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