Drittes Kapitel.
Beginnender Realismus.
Im Athenaeum heißt es an einer berühmten Stelle: „Die
französische Revolution, Fichtes Wissenschaftslehre und Goethes
Meister sind die größten Tendenzen des Zeitalters. Wer an
dieser Zusammenstellung Anstoß nimmt, wem keine Revolution
wichtig erscheinen kann, die nicht laut und materiell ist, der
hat sich noch nicht auf den hohen weiten Standpunkt der Ge—
schichte der Menschheit erhoben. Selbst in unseren dürftigen
Kulturgeschichten, die meistens einer mit fortlaufendem Kom—
mentar begleiteten Variantensammlung, wozu der klassische
Tert verloren ging, gleichen, spielt manches kleine Buch, von
dem die lärmende Menge zu seiner Zeit nicht viel Notiz nahm,
eine größere Rolle als alles, was diese trieb.“ Man wird,
aus der Perspektive mehr als eines Jahrhunderts, die Zu—
sammenstellung der drei auf den ersten Blick so heterogenen
Faktoren nur bewundern können: denn sie bezeichnen in der
Tat für die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert den Durch—
bruch des vollen Subjektivismus in Staat und Gesellschaft, in
Phantasietätigkeit und Denken.
Inzwischen aber, seit dem Anfange des 19. Jahrhunderts,
hatte sich der vollste, der romantische Subjektivismus doch
vornehmlich auch im Denken ausgewirkt: nichts charakteristi—
scher als der Fortschritt, der in dieser Hinsicht von Fichte
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