Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

336 Vierundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
Philosophie angehören. Und erging es den systematischen 
Disziplinen der Jurisprudenz, an erster Stelle der Staats- 
wissenschaft, etwa anders? Innerhalb der Theologie aber, der 
systematischen wie der historischen, lösten die gleichen Einflüsse 
eine Bewegung aus, die tief einschneidend die Zeit bewegte 
und darum ins Politische verlief. Es ist ein Ausgang, auf 
den unsere Erzählung hier zum ersten Male stößt und auf den 
sie später genauer einzugehen haben wird: ein charakteristischer 
Ausgang: was stark und groß war in der realistischen Be— 
wegung der höchsten geistigen Kultur während der dreißiger 
und im Beginne der vierziger Jahre, in Wissenschaft, Philo— 
sophie, Religion, Kunst, ist schließlich dieser Entwicklung zu— 
gefallen: und die besten Errungenschaften des Realismus führten 
so zu revolutionärer Tat, zu kriegerischem Entschluß, zu jener 
nationalen Einheitsbewegung vor allem, welche die Mitte des 
Jahrhunderts erfüllte. 
Wenn aber so die systematischen Geisteswissenschaften unter 
den genetischen Gesichtspunkt des Hegelschen Triadensystems 
traten, wie hätten da die eigentlich historischen, und das hieß 
nach früher Erzähltem! in diesem Zusammenhange die kultur— 
historischen Disziplinen, die Literaturgeschichte und die Kunst⸗ 
geschichte vornweg, zurückbleiben sollen? 
Schließlich geschah sogar noch ein anderes, Erstaunlicheres. 
Da das dialektische Entwicklungsgesetz Hegels aus der Selbst— 
—D 
auch nur auf die Bewegung der höchsten geistigen Funktionen 
vornehmlich intellektueller Art übertragen werden; wir wissen 
dies schon, und es ist in dieser Hinsicht bezeichnend, daß Hegel 
selbst seine Anwendung auf die Geschichte des Rechts, d. h. 
nach seiner Auffassung des Gesamtwillens, nicht gefunden hat. 
Da war es denn doch höchst merkwürdig, daß Marx, in 
der sogenannten materialistischen Geschichtsphilosophie?, die 
Trias Hegels auf die wirtschaftlichen Entwicklungsphänomene 
S. oben S. 248 ff. 
S. ausführlicher noch Band XI, 1, Buch 25, Zweites Kapitel No. III.
	        
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