fullscreen: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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8. Die öffentlichen Erwerbseinkünfte 
Als weiterer Teil des Volkseinkommens, der nicht persönliches Einkommen‘ wird, 
müssen die öffentlichen Erwerbseinkünfte einbezogen werden. Es handelt sich dabei 
ım die Reineinkünfte von Reich, Ländern und Gemeinden aus Erwerbsbetrieben, Grund- 
und Kapitalvermögen nach Abzug der Zuschüsse, aber einschließlich des Reparations- 
dienstes der Reichsbahn. Diese Beträge sind für 1925 bis 1927 der Reichsfinanzstatistik 
zu entnehmen. Für die folgenden Jahre konnte ihre Entwicklung auf Grund der 
Reichszahlen nur innerhalb sehr weiter Grenzen geschätzt werden. 
| | Übersicht 39 
c. Die Größe des Volkseinkommens 
Das deutsche Volkseinkommen seit 1913 
19181) | 1925 | 1926 | 1927 | 1928 1929 
Ebes. . heutiges Gebiet 
a TR Ua | ss 1 6 | 7 18 
Einkommensquellen 
EA 
Landwirtschaft?) .......... 
Handel und Gewerbe®)..... 
Vermietung und Verpach- 
ng een 
Kapitalvermögen”). ........ 
ET 
Lohn und Gehalt)........ 
Summe d. Privateinkommen 
Öffentl, Erwerbseinkünfte ®) 
Volkseinkommen .......... 
Volkseinkommen .......... | 
in Mrd. X bzw. AM jeweiliger Kaufkraft 
6,0— 7,2 | 51— 6,1 | 32 3,3 | 3,5 | 3,4— 3,6 | 3,4—3,6 
i1.1—11,6 | 10,0—11,0 | 11,7 | 11,7| 12,9 13,0—13,2 | 13,1—13,3 
0,8— 1,0 0,51 06 
5,0— 5,9 1,4 L5 
0,4— 0,5 1,6 12 
20,.0—21,3 |! 34,9 35,5 
0,8 
3,3— 3,4 
2,6— 2,7 
14,5—45,5 
48,9 43,5 | 53,5 67,7—69,3 
1,1 1,0 1,0 1,8— 2,5 
50,0 44,5 54,3 | 56,2 | 62,0—63,0 | 68,0—70,0 | 69,0—72,0 
Q,9— 1,1 
5,6— 6,6 
0,5— 0,6 
22.5—24.0 
in M bzw. AM je Kopf der Bevölkerung 
750 | 750 | 870 | 895 | 980—1 000 | 1 070—1 100| 1 080—1 125 
„ .*) Anteil der Einkommensquellen an der Gesamtsumme geschätzt. — *) Einkommen der selbständigen Landwirte. — 
Y Einkommen der freien Berufe sowie der Unternehmer und Unternehmungen aus Handel und Gewerbe, soweit es nicht unter 
5° Einkommen aus Kapitalvermögen erscheint (z. B, Dividenden). — 4) Nur soweit an natürliche Personen fließend. — 
{ Dividenden und Effektenzinsen ohne die ins Ausland oder an Unternehmungen fließenden Beträge, ferner Erträge aus 
aıteilen an Gesellschaften m. b. H., Privathypotheken-, Spar- und Depositenzinsen. — %) Einkommen aus Altenteil-, Unfall-, 
„uvaliden-, Angestellten- und Arbeitslosenrenten. Nicht erscheinen hier Kriegs- und Wohlfahrtsrenten, weil sie überwiegend 
ES Öffentlichen Mitteln stammen und deshalb beim Einkommen der Steuerzahler an anderer Stelle erfaßt sind. — ?) Ein- 
armen der Arbeiter, Angestellten und Beamten einschl, ihrer Nebeneinkünfte, insbesondere auch aus landwirtschaftlicher 
rer nbeschäftigung, — *) Reinerträge von Reich, Ländern und Gemeinden aus Erwerbsbetrieben, Grund -und Kapital- 
" gen. 
In der Übersicht sind die im vorigen erläuterten Einzelposten zum Volkseinkommen 
Zusammengefaßt. Wenn im folgenden versucht wird, die wirtschaftliche Bedeutung dieser 
Kiffen herauszuarbeiten, so sei an dieser Stelle nochmals betont, daß es sich hier, wie 
allen Volkseinkommensberechnungen, nicht um die Ergebnisse exakter statistischer 
Thebungen, sondern zum großen Teil um mehr oder minder gut fundierte Schätzungen 
handelt, denen ein gewisses Maß von Unsicherheit notwendigerweise anhaftet. Nach den 
ybigen Ziffern ist das deutsche Volkseinkommen seinem Nominalwert nach von 1925 
Be 1929 von rd. 55 auf reichlich 70 Milliarden, d.h. um etwa 30 vH gestiegen. Bei der 
Surteilung dieser Entwicklung sind jedoch verschiedene Momente zu beachten. Zu- 
Nächst der außerordentliche Tiefstand des Jahres 1925, das noch stark unter den Nach- 
au kungen der Inflation stand und von dem aus erst. der allmähliche Wiederaufbau 
di deutschen Wirtschaft sich vollzog. Die Entwicklung des Volkseinkommens spiegelt 
DE Erholungsprozeß der Volkswirtschaft wider; sein gegenwärtiges Niveau wir 
Caher bei Gegenüberstellung mit den Normalverhältnissen der Vorkriegszeit richtiger be- 
\rteilt als im Vergleich zum Jahre 1925. dicht 
Das Zweite Moment ist die Bevölkerungsbewegung: Zunehmende Bevölkerungs N e 
Yfordert schon zur Erhaltung des vorhandenen Wohlstandsniveaus ein wachsendes Volks- 
Emmen, so daß erst bei einer Zunahme auch der Je-Kopf-Einkommen von einer 
Thöhung des Wohlstandes gesprochen werden kann.
	        
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