Full text : Ferdinand Lassalle

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innerlich  den  tiefsten  Schmerz  empfinde,  bin  ich  doch  im
Handeln  innerlich  wieder  ganz  ich  selbst  und  war  es  mit
Schrenk  dreimal.  Ich  fand  von  vornherein  bei  ihm  die
zuvorkommendste  Aufnahme.  Er  verwickelte  mich  in
ein  politisches  Gespräch  über  die  ganze  Situation,  die
Lauts  politique,  die  Revolution,  meine  Organisationspläne ­
  usw.  Ich  ließ  mich,  furchtbar  leidend,  darauf  ein,
und  lebhaft  ein.

Kurz,  gehe  ich  jetzt  zugrunde,  so  ist  es  nicht  mehr  an
der  brutalen  Gewalt,  die  ich  gebrochen  habe,  sondern
—  wenn  sie  mir  eben  vor  dem  Notar  „Nein"  erklärt
statt  „Ja"  und  mit  mir  zu  gehen  —  an  dem  grenzenlosen ­
  Verrat,  an  dem  unerhörtesten  Wankelmut
und  Leichtsinn  eines  Weibes,  das  ich  weit  über  alles
Maß  des  Erlaubten  hinaus  liebe!  Es  wäre  wirklich
das  Grenzenloseste  von  allem,  wenn  ich  deshalb  den
Minister  des  Äußern  vermocht  habe,  ein  Kommissariat
zu  erteilen  und  sie  mir  vor  dem  Notar  sistieren  zu  lassen,
damit  sie  mir  auch  noch  das  furchtbare  Ridicule  gibt,
mich  mit  einem  „Nein"  abzuweisen.  Inzwischen,  wenn
sie  mir  den  Dolch  in  die  Brust  stoßen  will,  js  n'ai  rien
ä  dire!  Wenigstens  falle  ich  nicht  durch  den  Übermut
eines  brutalen  Mannes.  Ich  kann  sie  übrigens  unter
keinen  Umständen  für  so  vollendet  schlecht,  so  grenzenlos
schlecht  halten.
Dein  Lassalle
Lassalles  Plan  war:  Helene  in  Genf  vor  einen  Notar  zu  stellen.
Dem  solle  sie,  unbeaufsichtigt,  sagen:  Ja  oder  Nein.  Aber  er  ahnt
in  dem  folgenden  Brief  an  die  HaHfeldt  Helenens  Abfall.
            
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