Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Frühromantik. 
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beinahe in jedem Betracht eine besonders frühromantische 
Schöpfung. 
Muß nun noch betont werden, daß diese beiden Strömungen 
Reflexe sind der fortschreitenden Bildung der Persönlichkeit 
innerhalb des Subjektivismus? Empfindsamkeit und Sturm 
und Drang durchwebten alle zeitlichen und räumlichen Weiten 
des Nationalen; von daher haben sie auch schon Anfänge einer 
neuen Vaterlandsliebe und eines neuen Staatsideals ent— 
wickelt!: die Persönlichkeiten ihrer Zeit gingen in diesen An— 
fängen auf, um sich, so verschieden sie sonst sein mochten, in 
diesem Bereiche zu treffen: es ist die Periode der Klopstock 
Möser, Pestalozzi. Allein nun hatte sich, mit der höchsten 
Vollendung des Subjektivismus in seiner ersten Periode, eine 
neue Erweiterung und Vertiefung zugleich des Gemeinschafts— 
sinnes eingestellt: nicht mehr bloß in enthusiastischer Vater— 
landsliebe, auch in mystischem Universalismus, ja in ihm vor— 
nehmlich ergaben sich die neuen Seelen dem Ganzen der Erde 
und der Welt; kosmische Stimmungen zogen herauf, mit dem 
Weltall identifizierte sich eine allumfassende Symbolik, um es 
zu beherrschen und sich zugleich daran zu verlieren; und 
eine Rettung schon bedeutete es, wenn der einzelne aus diesen 
unermeßbaren Weiten heimkehrte in das universalste Vaterhaus 
dieser Welt, das Haus des Christenhimmels mit seinen mancherlei 
Wohnungen. 
Dabei verstand sich, daß der neue, zunächst mystische, dann 
auch christliche Universalismus den älteren nationalen Historis— 
mus und bald auch Regionalismus sehr wohl in sich auf— 
nehmen konnte: dieser wurde zu einem Teil von ihm — blieb 
freilich auch zunächst eben ein Teil —; und mit herzlicher 
Freude konnte darum Friedrich Schlegel, der Herold und 
Vorkämpfer der Frühromantik, die Sänger der Vorzeit be— 
grüßen. 
Allein das hat keineswegs zur Folge gehabt, daß beide 
Strömungen nun nicht noch lange, ja im Grunde auf immer 
Vgl. Band IX S. 21 ff.
	        
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