Contents : Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

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der  Rohstoffe  und  die  Produktion  der  Halbfabrikate  gefördert.  Dies
alles  beweist,  daß  der  Protektionismus  eines  der  selbständigen  Ziele
der  russischen  Zollpolitik  war.
Die  dominierende  Bedeutung  der  fiskalischen  Momente  könnte
den  Charakter  des  Protektionismus  beeinflussen,  ihn  aber  gänzlich
zu  beseitigen  waren  sie  nicht  imstande.  Die  Schutzpolitik  kann
verschiedene  Ziele  verfolgen.  Wird  ein  Zoll  von  einem  Produkt
erhoben,  das  im  Lande  nicht  produziert  wird,  so  bezahlt  der  Konsument ­
  den  wirklichen  Preis  der  Ware  plus  Zoll.  Wird  dagegen
der  Zoll  von  einem  solchen  Produkt  erhoben,  das  im  Lande  produziert ­
  wird,  so  bezahlt  der  Konsument  außerdem  eine  entsprechende
Summe  auch  den  heimischen  Produzenten  dieses  Produktes.  Der
Zoll  belastet  somit  den  Konsumenten  zum  Vorteil  der  Produzenten
jener  Produkte,  deren  Produktion  die  Regierung  fördern  will.  Die
Vergrößerung  der  Rentabilität  der  unter  Schutz  stehenden  Unternehmen ­
  hat  einen  Zufluß  sowohl  von  einheimischen  als  auch  von
ausländischen  Kapitalien  zur  Folge.  Die  Schutzpolitik  kann  somit
zwei  Ziele  verfolgen:  i.  die  Neuverteilung  des  einheimischen  Kapitals, ­
  seine  Heranziehung  an  diejenigen  Unternehmen,  deren  Entwicklung ­
  der  Regierung  aus  dem  einen  oder  anderen  Grunde  erwünscht ­
  ist;  2.  die  Heranziehung  auswärtiger  Kapitalien  ins  Land.
Unter  dem  direkten  Einfluß  der  P'inanzpolitik  der  Regierung  verfolgte ­
  der  russische  Protektionismus  hauptsächlich  das  zweite  Ziel.
Diese  Aufgabe  nahm  die  Aufmerksamkeit  der  offiziellen  Leiter
unserer  Zollpolitik  so  in  Anspruch,  daß  sie  geneigt  waren,  diese
Aufgabe  als  Hauptziel  aller  protektionistischen  Politik  zu  betrachten.
Sehr  charakteristisch  in  dieser  Hinsicht  sind  die  Betrachtungen,
die  Graf  Witte  in  seinem  Kursus  der  Nationalökonomie  und  Finanzpolitik ­
  zum  besten  gibt.  Bei  der  Besprechung  der  Produktivkräfte
Rußlands  stellt  er  die  Behauptung  auf,  wonach  deren  Wachstum
wurde  erreicht  »nicht  durch  die  schaffende  Arbeit,  ausschließlich
unserer  verhältnismäßig  geringen  Kapitalien  (wozu  Jahrhunderte
notwendig  gewesen  wären),  sondern  auf  dem  Wege,  den  alle  Völker
gegangen  und  den  zu  beschreiten  Rußland  immer  bestrebt  gewesen
war.  Dieser  Weg  ist  die  Entwicklung  einer  eigenen  bearbeitenden
Industrie  vermittels  des  Schutzzolls  und  die  mögliche  Beschleunigung ­
  dieses  Prozesses  mit  Hilfe  der  Kapitalien  der  ökonomisch
fortgeschrittenen  Länder.  Das  Ziel  der  Schutzzollpolitik  besteht
darin,  daß  man  den  Zustrom  der  ausländischen  Waren  verhindert
und  die  Kapitalien  heranzieht,  indem  man  ihnen  besondere  Vor-
            
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