534 Fünfundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel.
schluß hervor, nun sofort mit allen Truppen nach Chalons
zurückzugehen. Dann aber wurde man doch wieder zweifel—
haft; man fürchtete den Eindruck einer solchen Maßregel in
Paris. Schließlich aber schien doch das Aufgeben nicht bloß des
Niedabschnittes, sondern auch des Moselabschnittes notwendig;
um so mehr wurde gehofft, daß man in Verdun, an der Maas,
unter günstigen Verhältnissen zum Stehen kommen werde.
Während dieses Hin und Hers von Erwägungen auf
französischer Seite waren aber die Deutschen schon bis in die
Gegend von Metz vorgedrungen; und als am 14. August das
III. französische Korps östlich von Metz an dem tiefen Tal
des Colombeybachs zur Deckung des Abzugs Stellung nahm,
fand es sich von Truppen der Ersten wie der Zweiten deutschen
Armee angegriffen. Der Kampf, langsam zunehmend, schließ⸗
lich im Sinne einer großen Schlacht geführt, endete, wesentlich
durch das Verdienst der Artillerie, mit einem deutschen Siege:
der Abzug der Gegner war unterbrochen; am Morgen des
15. August trabte deutsche Reiterei bis vor die festen Werke
von Metz, während die Franzosen jenseits, westlich von Metz,
wenig mehr als eine Meile in der Richtung auf Verdun vor—
wärts gelangten. Die deutsche Heeresleitung aber nahm an,
daß es ihnen immerhin gelingen werde, bis Verdun durch⸗
zubrechen; und so wurden die Truppen der Zweiten Armee —
die der Dritten hatten inzwischen die Mosel in Nancy und
aufwärts von Nancy erreicht — angewiesen, unter Über—
schreitung der Mosel südlich von Metz gegen die Maas und
die Straßen von Metz nach Verdun — es gab deren zwei, über
Mars la Tour südlich, über Etain nördlich — vorzugehen.
Allein die Franzosen waren auch am 15. August morgens
mit dem Abmarsch von Metz nicht fertig geworden; nur der
Kaiser war unter Bedeckung von zwei Kavalleriebrigaden aus
der geschützten Straße über Etain genügend weit gelangt; im
übrigen verschob man den Abmarsch auf Nachmittag. Es war
das Verderben. Das III. preußische Korps unter General
von Alvensleben war nach kurzer Nachtruhe schon früh am
Morgen des 15. August nach Gorze gelangt; gegen zehn Uhr