Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

3550 Fünfundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel. 
in diesen Kämpfen nach Süden ausgewichen war und den die 
deutsche Reiterei am 8. Dezember zum letzten Male in Vierzon, 
zehn Meilen südlich von Orleans, angetroffen hatte, nach dem 
südöstlichen Kriegsschauplatz zu bringen, damit er von hier aus, 
in Verbindung mit den schon dort befindlichen Truppen sowie 
einem aus Lyon heranzuziehenden neuen Armeekorps, nun etwa 
hundertzwanzigtausend Mann stark, Dijon nehme, Belfort ent— 
setze, die Verbindungslinien der Deutschen mit der Heimat 
durchschneide und dann womöglich in Verbindung mit der Nord— 
armee die Deutschen vor Paris vernichte. 
So begann denn am 28. Dezember der Eisenbahntransport 
oon der Loire nach der Sadne, und zu Anfang des neuen 
Jahres stand die Ostarmee zwischen Dijon und Besançon marsch- 
bereit — ihr gegenüber einstweilen nur die schwachen Kräfte 
von Werders. Und schon begann Bourbaki, der französische 
Obergeneral, mit dem neuen Jahre seine Operationen; sie 
liefen zunächst darauf hinaus, die Deutschen von Belfort nach 
Westen zu abzudrängen. Zu dem Ende ging Bourbaki an der 
linken Talseite des Ognon hinauf; am 10. Janvar war er 
mit drei Korps Belfort so nahe wie die Deutschen mit drei 
Divisionen. Aber nun legte sich das kleine Heer von Werders 
mit verzweifeltem Entschluß zwischen die Festung und den Feind, 
in dem es, in Schnee und Eis, die Linie der Lisaine besetzte 
aund, unter teilweiser Heranziehung der Einschließungstruppen 
bor Belfort, vom 15. bis zum 17. Januar heldenmütig ver— 
teidigte. 
Doch inzwischen nahte den tapferen Truppen die Hilfe. 
Durch ein Telegramm von Werders vom 5. Januar hatte die 
oberste Heeresleitung in Versailles zum ersten Male zuverlässig 
von dem Dasein der französischen Ostarmee erfahren, und als— 
bald hatte sie aus zwei Korps eine neue Südarmee unter dem 
Befehl des von der Nordarmee abberufenen Generals von Man— 
teuffel gebildet. Jetzt, am 17. Januar, erhielt der französische 
Oberkommandierende die Nachricht, daß die Spitzen dieser Armee 
schon nahe bis Gray herangerückt seien; seine jungen Truppen 
waren durch die Biwaks in den bitterkalten Nächten furchtbar
	        
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