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großen Umsatzes und reichlichen Verbrauches, und jetzt werden sie
kaum noch hergestellt oder spielen für Produktion oder Konsum
eine von der damaligen sehr verschiedene Rolle. Gleichzeitig sind
dann ganz neue Waren auf den Markt gekommen, für die man kein
zurückgreifendes Preismaterial hat.
Da eine solche Verschiebung vermutlich in der Regel gradweise
vor sich geht, liegt auch gewöhnlich die Möglichkeit vor, für das-
selbe Zeitintervall von größerer oder kleinerer Länge Preisindex-
kurven auf Grund von zwei oder mehreren verschiedenen Standard-
verteilungen von Waren, die beide für sich ältere und neuere Waren
berücksichtigen, berechnen zu können. Im Grade der Annäherung,
mit der man bei den verschiedenen Rechenmethoden übereinstimmende
Resultate erzielt, hat man dann auch ’eine Möglichkeit dafür, die
Preisindexkurve von einer Epoche zur andern fortzusetzen. Aber die
Notwendigkeit einer solchen besonderen Bewertung der Preiszahlen
zeigt übrigens mit aller Deutlichkeit die Schwierigkeit, welche da-
mit verbunden ist, den Inhalt des Begriffes der „Kaufkraft des
Geldes“ zu bestimmen.
363. Die Messung der Kaufkraft des Geldes durch eine ein-
zelne Zahl ist eine Aufgabe, die in gewisser Beziehung der Messung
der Sterblichkeit durch einen sämtliche Alter umfassenden summarischen
Sterblichkeitsquotienten ähnelt. Zu welcher Zahl man gelangt, das
beruht nicht nur auf den Preisen der einzelnen Waren (resp. auf der
Sterblichkeit auf den einzelnen Altersstufen), sondern auch auf der
Gewichtsverteilung von Waren (resp. auf der Altersgliederung der Be-
völkerung). Ebenso wie einer Änderung der Sterblichkeit, wenn alle
anderen Faktoren gleich sind, eine Änderung der Altersgliederung
antspricht, wird eine Preisveränderung im allgemeinen eine gewisse ent-
sprechende Veränderung der Verbrauchs- und Umsatzmengen im Gefolge
haben. Wenn man die einer gegebenen Preisveränderung entsprechende
Veränderung der Umsatzmengen angeben könnte, ebenso wie man die
einer Veränderung der Sterblichkeit entsprechende Veränderung der
Altersgliederung angeben kann, dann würde die Möglichkeit vor-
liegen, eine Preiszahl, die genau der mittleren Lebensdauer (oder
ihrem reziproken Werte, vgl. $ 321) entspricht, zu berechnen.
Bei derartigen Betrachtungen gelangt man zu Methoden, die
im Gegensatz zu der oben behandelten (die darauf ausgeht, den er-
warteten Preis für eine feste und unveränderliche Warenmenge zu
berechnen) mit dem erwarteten Preis für eine varlıierende Waren-