IV.
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gewicht der Kräfte der Kämpfenden immerhin möglich war, erschien
in diesem Moment, soweit die politische Taktik des Fürsten
Bismarck in Betracht kam, schon seit einiger Zeit vorbereitet.
Bereits 1875, während der Kulturkampf die Siedehitze erreichte,
glaubte man eben auf Bismarck gegnerischer Seite beobachten
zu können, daß sich eine Annäherung des Fürsten an die Kon—
servativen ankündige. Im Frühjahr darauf nahm Delbrück,
der Träger der liberalen Ideen in der Reichsregierung, seinen
Abschied. Der Gedanke, durch einen Umschwung der Wirtschafts⸗
politik in eine andere Ära der inneren Politik überhaupt ein—
zulenken, keimte in den Überlegungen des Fürsten immer kräftiger;
das Band, das ihn an die Liberalen knüpfte, lockerte sich, als
ein Versuch dieser, ein Staatssystem ihrer Auffassung durch
Eintritt in die Regierung vollends zu begründen, mißlang.
Es waren Momente, die trotz manches Versuches des Fürsten,
den ganzen Umschwung unter Umbildung der Liberalen zu voll⸗
ziehen, doch schließlich zu einem Siege des Konservatismus
führten und damit auch einen Klerikalismus milder stimmen
mußten, dessen politisch völlig entschiedene Anfänge im Jahre
1870 doch vornehmlich von konservativen Denkens- und Lebens⸗
kreisen ausgegangen waren.
Inzwischen aber, in den Jahren 1876 und 1877, waren
auch schon seitens des Staates, noch während der letzten großen
Schläge gegen den Klerikalismus, einige Maßregeln getroffen
worden, die ein künftiges Einverständnis vorbereiten konnten.
Die wichtigste dieser Maßregeln war der Erlaß eines
preußischen Gesetzes über die Vermögensverwaltung der katho—