Nachwortk.
In braunem Haar habe ich den ersten Band dieser nun
vollendeten Deutschen Geschichte zu schreiben begonnen, in weißem
beschließe ich den letzten. Rechne ich vom ersten Entwurfe bis
zum letzten Federstrich, so darf ich wohl sagen, daß mehr als
in Vierteljahrhundert über meiner Arbeit hingegangen ist.
Ein Zeitumfang, den niemand ohne mannigfache Wand⸗
lungen von Gemüt und Leidenschaft, von Einsicht und Er—
fahrung durchleben wird: und diese Wandlungen sind auch mir
an dem Inhalte des Buches wie an seiner Sprache bemerklich,
wie sie andern noch weit mehr sichtbar sein werden. Dennoch
darf ich sagen: die allgemeinste Stellungnahme zum Stoff und
der grundlegende Aufbau der Darstellung sind dieselben ge—
blieben.
Niemand wird erwarten, daß ich in dem Augenblicke, da
ich das Deo gratias sage, auf Meinungsverschiedenheiten über
die Auffassung dessen eingehen werde, was Geschichte ist, oder
was ich in diesem Buche als Geschichte verstanden habe. Er
wird es um so weniger erwarten, als ich das Glück gehabt
habe, allmählich auch das freundliche Interesse von Fachgenossen
zu finden, die meiner Auffassung ferner stehen: die Korrektur
einzelner Teile dieses letzten Bandes ist von Heinrich Fried—
jung in Wien und von Martin Spahn in Straßburg zu
meinem herzlichsten Danke mitgelesen worden.
Uber die Architektur des Buches ließe sich wohl eher zu zwei
Worten kommen; ist doch dies ein Moment, das dem, der an das
Buch als Ganzes herangeht, erst mit Abschluß auch des Ganzen
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