fullscreen: Der Weg der Reparation

stimmten. Landeswährung festzusetzen, und das Risiko des 
Wechselkurses jeder der beteiligten Regierungen zu überlassen. 
Die Gutschrift auf Reparationskonto erfolgte dann in Goldmark 
nach dem Wechselkurse eines bestimmten Datums, des Tages 
nämlich, an welchem die deutsche Offerte von der Reparations- 
kommission angenommen war, 
So mannigfach waren die Schwierigkeiten, die sich bei den 
Lieferungen für den Wiederaufbau ergaben, Bald setzte sich die 
Ansicht durch, daß man mit dem System des Vertrages grund- 
sätzlich brechen müsse, Im Herbst 1920 begannen zwischen der 
deutschen Vertretung in Paris und der Reparationskommission 
Besprechungen, die darauf abzielten, einen freien, geschäfts- 
mäßigen Verkehr zwischen den Geschädigten und den deutschen 
Lieferanten einzuführen, 
In der Brüsseler Sachverständigenkonferenz im Dezember 1920 
spielten die Sachleistungen eine große Rolle. Damals wurde in 
Frankreich ohne Scheu der Gedanke vertreten, daß es notwendig 
sei, mit Deutschland wirtschaftlich zusammenzukommen. Wie 
schon erwähnt, hatte ich in Brüssel mit den französischen Dele- 
gierten eine eingehende Aussprache über die Einführung des 
direkten Verkehrs zwischen dem französischen Besteller und dem 
deutschen Lieferanten, Die schwierigen geschäftlichen Verhand- 
lungen über die Lieferung selbst sollten dem Bureaukratismus der 
Länder entzogen und die Mitwirkung des Staates mehr auf eine 
Kontrolle der Zahlungen beschränkt werden, 
Ich habe diese Idee in Brüssel in einem Moment verwertet, 
wo es nötig war, einen positiven Zug in die Verhandlungen 
hineinzubringen, um die Gefahr des Abbruchs zu vermeiden, Die 
Konferenz beschloß, die Organisation der Sachlieferungen durch 
Besprechung zwischen alliierten und deutschen Vertretern weiter 
zu vertiefen, Das geschah Anfang Januar 1921 in Paris, Damals 
entwarf Seydoux einen Plan, nach welchem die deutschen 
Leistungen in den ersten Jahren zum größeren Teil aus Sach- 
lieferungen. bestehen sollten, Bestellung, Lieferung und Preis- 
festsetzung waren danach der privaten Initiative zu überlassen. 
Nur einige Stapel- oder Massenwaren sollten von Regierung zu 
gm 
"WANN
	        
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