Vorwort.
VII
Im übrigen hat sich im Verlauf der Arbeit des letzten Jahr—
fünfts der Plan des ganzen Werkes doch einigermaßen um—
gestaltet. Von inneren Veränderungen will ich hier nicht
sprechen, da sie im wesentlichen wirtschafts- und sozialgeschicht⸗
liche Momente betreffen, die in dem vorliegenden Bande nicht
zur Darlegung gelangen. Vor allem aber haben sich äußere Ver—
änderungen als nötig herausgestellt. Die Zahl der ursprünglich
vorgesehenen Bände hat sich für die neuere und neueste Zeit als
unzulänglich erwiesen. Würde sie eingehalten, so würde sich
wohl ein Gerippe der Darstellung erzielen lassen, mehr aber
nicht. Es liegt jedoch im Interesse des Lesers wie des Autors,
daß gerade die neueren Zeiten auch mit Nerven und Muskeln
ausgestattet, sozusagen durch und durch körperhaft vorgeführt
verden.
Unter diesen Umständen ist die Darstellung des indi—
vidualistischen Zeitalters (vom 16. Jahrhundert bis etwa zur
Mitte des 18. Jahrhunderts) auf vier Bände, die Darstellung
des darauf folgenden subjektivistischen Zeitalters auf ebenfalls
vier Bände erweitert worden; der Anschluß an die Gegenwart
endlich wird durch zwei Ergänzungsbände hergestellt, deren
einer von der Tonkunst, bildenden Kunst, Dichtung und Welt—⸗
anschauung der jüngsten Vergangenheit sprechen soll, während
der andere von Wirtschaft, Gesellschaft, Reich und Volk
(dieses im weitesten Sinne auch außerhalb der Reichsgrenzen
genommen) berichten wird. Demnach wird das ganze Werk,
wenn es dem Verfasser vergönnt sein sollte, es zu vollenden,
zwölf Bände und zwei Ergänzungsbände umfassen. Und diese
Bände sollen enthalten:
eine erste Abteilung, die Bände 124: die sog. Urzeit und
das Mittelalter, die Zeitalter des symbolischen, typi—
schen, konventionellen Seelenlebens;
eine zweite Abteilung, die Bände 5—8: die sog. neuere
Zeit, das Zeitalter individuellen Seelenlebens;
eine dritte Abteilung, die Bände 9—12: die sog. neueste
Zeit, das Zeitalter subjektiven Seelenlebens;