Bildende Runst.
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und hier vornehmlich in Hamburg, in einem letzten Vorort
aber südlich noch bis Dresden verbreitete. Sie knüpft sich an
die Namen Jusls, Dahls und Friedrichs, und sie findet ihren
Höhepunkt in Philipp Otto Runge (1777—1810). Bei den
Kopenhagenern ist vor allem das Bestreben wahrzunehmen,
die Landschaft nicht mehr in den Gegenständen, sondern in der
Farbe, in den das Ganze frei durchwaltenden Tönen wallenden
Lichtes wiederzugeben. So entfernt sich namentlich Friedrich,
der fortgeschrittenste dieser Gruppe, von der herkömmlichen
konventionellen Beleuchtung mit ihrem gleichmäßigen Ton oder
mit ihren durch besondere Himmelserscheinungen motivierten
Lichteffekten; er sucht das lichtumflossene Einfache auf, die
großen Formen der See etwa oder langhinstreichende Land⸗
massen in verschwimmenden Tönen des Zwielichts. Der
Mecklenburger Runge, die schönste Zeit seiner Wirksamkeit in
Hamburg ansässig, ist gegenüber den Kopenhagenern fester;
mehr gleichsam Landmensch sieht er die Umrisse noch ziemlich
linienhaft. Dennoch ist er ein Meister der Beobachtung des
Lichtes; er zuerst hat farbige Schatten gemalt. Und keines—
wegs bloß auf eine Erweiterung des malerischen Wirklichkeits—
sinnes ist er bedacht; im tiefsten Grunde eine starke Persön—
lichkeit, schafft er idealistisch das nach ihm wenig fortgepflegte
monumentale Bildnis und wird der Erfinder einer Ornamentik,
die in ihren konstituierenden Elementen wie sogar in ihrer
dekorativen Palette lebhaft an die Anfänge der modernen
oollimpressionistischen Ornamentik erinnert.
Fast noch früher aber als in Norddeutschland zeigen sich
auch in Süddeutschland Spuren einer neuen Malkunst. Hier
eröffnet der Züricher Salomon Geßner (1730 -1788) den Reigen
mnit seinen stimmungsvoll-sentimentalen Landschaftsradierungen
freilich noch arkadischer Gattung; viel mehr auf die Natur selbst
und deren leuchtend-farbige Seite gehen dann ein die Vedutenmaler
Philipp Hackert (1737 — 1807), der die Landschaft freilich vielfach
noch in altem Sinne, doch unter stärkerem Abschreiben des natür—
lichen Wesens auffaßte, und Ludwig Heß (1700 —1800), der erste,
der der Schweizerlandschaft Töne feineren Lichtes abgewann.