Vorwort.
XI
herstellen, die vorzuführen auch einer weit mehr künstlerischen
Erzählung als der meinigen versagt ist.
Im einzelnen glaube ich diesen Zeilen nur wenig hinzufügen
zu dürfen; sie sind für ein Vorwort an sich schon fast zu lang
geraten. Es versteht sich, daß ich wie die Quellen so auch die
schon ziemlich zahlreiche Litteratur zur Geschichte unserer jüngsten
Vergangenheit eifrig benutzt habe, bei wichtigeren Fragen auch
die Speziallitteratur. Emsige Untersucher des „Details“
werden auch hier und da Spuren und Anklänge früherer Dar—
stellungen finden. Ich habe sie nicht ausgemerzt oder verwischt,
wie man das wohl zu thun pflegt, um angeblich original zu
sein; wer dadurch die Originalität meines Buches beeinträchtigt
glaubt, der mag dieses Glaubens bleiben. Daß im übrigen
jedes Urteil in meinem Buche selbst gefunden oder selbstthätig,
und zwar selten ohne Modifikationen, angeeignet ist, wird nicht
verkannt werden.
Sollte ich allen danken, denen ich, teils infolge mündlicher
Aussprache, teils infolge der Lektüre ihrer Schriften, für mein
Buch Dank schulde, so würde ich ganze Reihen von Namen
nennen müssen: denn mehr vielleicht als sonst bisweilen ge—
schichtliche Schriften ist dies Buch erlebt. Unterlassen aber
kann ich es doch nicht, wenigstens denjenigen Leipziger Herren,
die sich der großen Mühe unterzogen, einzelne Teile oder gar
das Ganze der Revisionsbogen vor dem Abdruck zu lesen und
mit ihrem speziell fachmännischen Urteile zu begleiten, auch
öffentlich auszusprechen, wie viel ich ihrem Rate und ihrer
Einsicht verdanke: Möchten sie, die Herren Barge, Barth,
Göhler, Prüfer, Vogel und Witkowski, ein klein wenig Ent—
schädigung für ihre Mühe in der Wahrnehmung finden, daß
mein Buch durch ihre Mitarbeit Vieles gewonnen hat.
Leipzig, April 1901.
K. Tamprecht.