Dichtung.
Richtung an; sie ist elegisch, sie moralisiert, und sie liebt das
Märchenhafte.
Im ganzen sind alle diese Schriftsteller erst in späteren Jahren
zur Produktion oder wenigstens zur Veröffentlichung ihrer Werke
gekommen; man könnte wohl versucht sein, sie als Ausläufer
der Romantik zu bezeichnen, als die Gruppe einer letzten Epigonie
nach der klassizistischen Epigonie der fünfziger und auch noch
sechziger Jahre. Indes dem widerspricht doch der Charakter des
kräftig Gesammelten, wenn auch zugleich etwas Resignierten in
ihren Werken: weit mehr erscheinen sie als Vortrab eines künftigen
symbolistisch-romantischen Idealismus. Freilich von den Jüngsten
sind sie doch auch wieder vielfach getrennt, denn sie gehören der
Generation an, die nach dem Zeitalter der großen alten Männer
unter Kaiser Wilhelm J. eigentlich mit Kaiser Friedrich hätte
zu Worte gelangen sollen, der aber dieses Wort wie fast ganz
im Staate so auch vielfach im allgemeinen Kunstleben durch
den frühen Tod des Kaisers abgeschnitten worden ist. So
stehen sie ein wenig vereinzelt da; an Altes anknüpfend und
doch schon Ahner des Neuen, sind sie Gestalten wie die Hage⸗
dorn oder Haller oder auch Gellert des 18. Jahrhunderts.
Im ganzen kam darum das stimmungsvoll Neue wiederum,
wie schon das physiologisch und psychologisch Impressionistische,
nicht in Anknüpfung an die größeren Kunstformen der Über—⸗
lieferung und die vorbereitenden Werke des UÜbergangs empor,
sondern wuchs ganz von sich aus; und demgemäß wurde es,
sieht man von Einzelerscheinungen, wie Bahrs ganz auf franzö⸗
ischem Einflusse beruhendem Roman „Gute Schule (1890) ab,
zunächst ebenfalls nur in kleinen Geschichten und Skizzen
lebendig. Und da zeigte es denn alsbald, wie die entsprechende
Lyrik, einen vornehmlich musikalischen, mildtönenden, weichen
Charakter. Es ist eine Erscheinung, die wir im Drama wieder—
finden werden; lagen dem physiologischen Impressionismus der
Dichtung ganz allgemein die Beziehungen zur Malerei besonders
nahe, so dem psychologischen und noch mehr dem neurologischen
nicht minder allgemein die Beziehungen zur Musik.
Vielleicht kann man es auf diesen Umstand zurückführen,