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Dichtung.
oberhalb der Frau Wilhelmine Buchholz. Fast ganz gehen
dann aber Fontanes letzte Werke in der seelischen Schilderung
sozialer Typen auf: die „Poggenpuhls“ (1806) bringen die
Naturgeschichte der armen adligen Offizierfamilie,, Der Stechlin“
(1898) die Charakterzeichnung des preußischen Junkers. Etwa
gleichzeiiig aber mit Fontane sind auch sonst' einige Dichter,
deren Bedeutung sonst mehr früheren entwicklungsgeschichtlichen
Perioden der nationalen Phantasiethätigkeit angehört, in ästhetis ch
dielleicht besonders hochstehenden Werken zum sozialpsycho⸗
logischen Roman übergegangen. So vor allem Adolf Wilbrandt
(geb. 1837) in seinem „Hermann Ifinger“ (1892), übrigens unter
kräftiger Absage gegen einen übertriebenen Naturalismus. Und
auch Wildenbruch, der bis dahin Meisterschaft eigentlich nur
in der Psychologie des Kindes bewährt hatte, kehrte mit der
„Schwesterseele“ (1894) in der Heimat der „Alltäglichkeits—
osychologie“ ein.
Im ganzen aber wurde der moderne sozialpsychologische
Roman doch von jungen Kräften getragen, die nun in immer
größerer Zahl auftauchten. Und als früheste Führer dieses
Chores traten Georg Freiherr von Ompteda (geb. 1863) und
Wilhelm von Polenz (geb. 1861) hervor. Von ihnen ist
Polenz nicht so fein und technisch nicht in dem Grade modern
wie Ompteda. Aber die sozialen Umwelten namentlich des
platten Landes seiner obersächsischen Heimat giebt er doch mit
ausgesprochenem Geschick wieder („Pfarrer von Breitendorf“,
1803 u. a. m.). Ompteda, ein Niedersachse, ist nach anfäng—
lichem Schwanken mit „Sylvester von Geyer“ (1807) scharf
und sicher in die sozialpsychologische Bahn eingelenkt: der Ge—
schichte eines armen adligen Offiziers von seiner Geburt bis
zu seinem frühen Tode, eines Offiziers nur des Mittelmaßes.
Hohen Aufschwung aber nahm diese Richtung, als sie
mit einer breiteren, ihr naturgemäß parallel laufenden Strömung
berschmolz: mit der Richtung auf Heimatskunst.
Die sozialpsychologische Betrachtungsweise wird immer
gern am Boden haften: denn nur in der beständigen Berührung
mit den nährenden und schaffenden Mächten der Erde und