Weltanschaunng.
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trachten, heißt kausal und deterministisch denken: Kausalität
und Determinismus aber fordern als Abschluß des Denkens
die monistische Hypothese.
Und so läßt sich verfolgen, wie namentlich mit dem Siege
der Naturwissenschaften und des Historismus in den fünfziger
Jahren der Monismus als allein noch denkmöglich erklärt wurde.
Im Jahre 1852 sprach sich Lotze in seiner medizinischen Psycho—
logie gegen die von dem Physiologen Wagner versuchte Ein—
führung einer dualistischen — in diesem Falle christlichen —
Tendenz in die Wissenschaft aus und bezeichnete eine harmonische
GBesamtüberzeugung als ein wesentliches Bedürfnis des Geistes;
nicht viel später wurde unter Historikern und Philosophen über
das Wunder gestritten und seine Thatsächlichkeit auch für das
Neue Testament abgelehnt, während Leibniz und Lessing noch
an Wunder geglaubt und Herder und Ranke das Wunder, die be—
sondere göttliche Einwirkung, noch in der Geschichte zugelassen
hatten. In den sechziger Jahren pries dann Häckel die Möglichkeit
einer gesicherten monistischen Weltauffassung als höchstes Ver—
dienst der Entwicklungslehre, 1886 stellte Ziegler als fraglich
hin, ob neben der modernen Weltanschauung wenigstens die
dualistisch-christliche noch bestehen könne, und neuerdings sieht
Falckenberg die Hauptaufgabe einer Philosophie der Zukunft
in der Erneuerung des monistischen Idealismus von Fichte
und Hegel.
In der That kann ein wissenschaftliches Denken nur
monistisch sein, denn aus der immer entschiedeneren Anwendung
des kausalen, zum Monismus drängenden Schlusses sind die
Wissenschaften hervorgegangen. Aber ein praktisches, ein künst—
lerisches Denken, richtiger Fühlen? Wird es dem wissen—
schaftlichen Denken immer zu folgen geneigt sein, zumal wenn
es, wie in den Zeiten des neuerlichen Kampfes der Phantasie—
thätigkeit gegen den Intellektualismus, überhaupt nur sich selbst
leben und sich wenigstens im Bereiche der Kunst von den
Systemen des Denkens befreit sehen will?
Der Monismus wird erst dann ganz unangreifbar sein,
wenn die ganze Welt der Erscheinungen wissenschaftlicher