Weltanschauung.
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politische Schule der dreißiger bis siebziger Jahre des 19. Jahr—
hunderts fest: Geschichte ist Staatengeschichte, nicht Geschichte
der sozialen Psyche in allen Äußerungen ihres Lebens und
ihrer Entwicklung. Nicht als ob deshalb die höhere und
weitere Auffassung Herders und verwandter Geister der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts eigentlich verloren gegangen oder
späterhin auch nur stärker bekämpft worden wäre; im Gegenteil:
man erkannte sie an. Aber es geschah rein akademisch, ohne
von dieser Anerkenntnis praktisch Gebrauch zu machen. Es war
am Ende eine für die Geschichtsschreiber der historisch-politischen
Schule, einen Dahlmann, Sybel, auch noch Treitschke ganz be—
greifliche Haltung. Denn die Verdienste dieser Schule lagen ja
weniger auf wissenschaftlichem als auf politischem Gebiete:
nicht in der Förderung der Geschichtswissenschaft als solcher,
vielmehr in ihren Verdiensten um die staatliche Einheits—
bewegung unseres Volkes ist ihnen Unsterblichkeit bereitet.
Wie aber die Einengung der geschichtlichen Forschung auf
den Staat als eigentliches Arbeitsgebiet im Grunde ein Ergebnis
des innigen Zusammenhanges der Geschichtswissenschaft mit
der Philosophie war, so zeigte sich die Abhängigkeit der Dis—
ziplin von den allgemeinen Motiven der Weltanschauung und
den besonderen Denkformen und Auffassungen der Identitäts—
philosophie auch noch an einer anderen, überaus wichtigen
Stelle.
Stieg man im 18. Jahrhundert von der Betrachtung des
damaligen Individuums und der konkreten gesellschaftlichen
Form, in der es lebte, also von der Auffassung der isolierten
Einzelperson und des absolutistischen Staates auf zu den uni—
versalen, weltgeschichtlichen Beziehungen, so ergoß sich das
Denken zumeist noch in Phantasmen, die an den Paradieses—
gedanken des alten Testaments anknüpften. Wie Rousseau so
betrachtete auch Herder noch die Urzeit als ein Zeitalter höchster
Kultur, da die Menschen noch in unmittelbarer Auswirkung
jener Vernunft lebten, die ihnen von Gott in besonderer
Schöpfung über die Tiere hinaus verliehen worden war, und
sah im Verlauf der Geschichte — nach dem Sündenfall —