CTonkunst.
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Musik, und insbesondere die Kunst des musikalischen Dramas.
Es waren Überzeugungen, die Wagner dann in der ersten Zeit
des Jahrzehntes seiner Verbannung (1849 - 1859), in der frucht⸗
baren Stille der Schweiz, noch mehr befestigt und auch schon
litterarisch zum Ausdruck gebracht hat.
Was diesen Ansichten aber noch fehlte, war das deutliche
Bewußtsein ihrer allgemeinsten und darum anscheinend sicheren
Begründung. Es war zunächst weiter nichts, als eine aus—
einanderstrebende, wenigstens nicht kernhaft verbundene Masse
möglichst verallgemeinerter persönlicher Erfahrungen; die Ein—
heit war nur in dem subjektiven Untergrund der Seele Wagners
gegeben. Wagner, der immer ganz persönlich gedacht und
empfunden hat, war sich dessen wohl bewußt, und eben darum
hatte er schon lange nach einem philosophischen Fundament
seines Denkens ausgeschaut. Er war dabei an Feuerbach ge—
raten, den Modephilosophen der Zeit, allein er hatte nicht ge—
funden, was er suchte. Da fiel ihm, 1834, das Buch Schopen—
hauers in die Hände, kam ihm, wie er alsbald an Liszt
schrieb, „wie ein Himmelsgeschenk in seine Einsamkeit“. In
der That: hier hatte der Drang des Künstlers eine rationale
Auslösung durch den kongenialen Denker gefunden; wenigstens
für die pessimistische Grundlage seiner Empfindung, nicht minder
für seine ethischen Ideale, die im weitesten Sinne christlich—
religiös und deshalb solche des Erbarmens waren, hat Wagner
in Schopenhauer seinen Meister verehrt. Und — wunderbarer
Zufall — auch in der besonderen Schätzung nicht bloß der
Kunst, sondern speziell auch der Musik begegneten sich wiederum
die beiden; von hier aus erklärt es sich, daß sich Wagner
durch Schopenhauer schließlich geradezu zu philosophischem
Denken angeregt sah; sein „Beethoven“ (1870) ist eine Art von
Ergänzung zu Schopenhauers Metaphysik der Musik.
Im übrigen aber blieb Wagner einem grundsätzlichen und
metaphysischen Pessimismus fern; nie ist ihm sein Pessimismus
etwas anderes, als eine zu überwindende Übergangsstufe gewesen,
und jenseits seiner schwarzen Schatten leuchteten ihm früh schon
die Verheißungsscheine der Regeneration. Und das je mehr, je
Lamprecht, Deutsche Geschichte. Erster Ergänzungsband,