Vorwort.
In den Jahren 1891 bis 1895 sind die ersten sechs Bände
meiner Deutschen Geschichte zum ersten Male erschienen; sie
führen die Erzählung bis ins 16. und teilweis bis ins 17. Jahr—
hundert.
Wenn seitdem in der Veröffentlichung weiterer Bände eine
Pause eingetreten ist, so lag hierfür ein doppelter Anlaß vor.
Einmal haben sich an die bisher erschienenen Bände weit—
greifende Erörterungen über Wesen, Ziel und Methode der
Geschichtswissenschaft überhaupt geknüpft. Wie mir diese Er—
örterungen erwünscht waren, so habe ich es für meine Pflicht
gehalten, an ihnen sorgfältig und eingehend teilzunehmen!.
Weiter aber ergab sich mit dem Fortschreiten der Arbeit an
dem Buche selbst ein Umstand, der einen raschen Fortgang der
Veröffentlichung verhinderte. Als ich zur Darstellung der Ge—
schichte des nationalen Seelenlebens im 17. und 18. Jahr—
hundert gelangte, zeigte sich, daß die psychologische Charakteristik
des individualistischen Zeitalters bei seinem Ausgang im
18. Jahrhundert in der Tiefe und Klarheit, die als Ziel vor—
schweben mußten, erreichbar war nur unter durchaus eingehender
Kenntnis schon des nächsten, subjektivistischen Zeitalters, das in
Eine Bibliographie der umfänglichen Litteratur, die mein Buch
in dieser Hinsicht hervorgerufen hat, wie meiner eigenen inzwischen veröffent—
lichten methodologischen Arbeiten wird in der dritten Auflage des ersten
Bandes der Deutschen Geschichte demnächst erscheinen.