Full text: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

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CTonkunst. 
Nun aber fasse man alle diese Erscheinungen: das starke 
Nervenleben der Zeit, den Drang der Künste nach Einheit, die 
Bevorzugung der Musik und anderes gemeinsam ins Auge, 
und man wird verstehen, was das Gesamtkunstwerk Wagners 
hedeutete. Es war die erste ganze Errungenschaft der neuen Zeit: 
tausend annoch vereinzelten Tendenzen verhalf es zu einem 
einzigen Ausdruck, den großen Bruch schuf es in dem Damm 
der Zeit, durch den die Wasser eines neuen Seelenlebens un— 
aufhaltsam einströmten. Noch Voltaire hatte sagen können: 
Oe qui serait trop sot pour être dit, on le chante; bei 
Wagner findet sich der Satz: „Was nicht wert ist, gesungen 
zu werden, ist auch nicht der Dichtung wert.“ Die Musik war 
jetzt die führende der Künste geworden, und derjenige ihrer 
besonderen Lieblinge, der zugleich ein Meister der anderen 
Künste war, eröffnete mit seinem in erster Linie doch musi— 
kalischen Gesamtkunstwerk die neuesten Zeiten.
	        
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