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selten in einer Subvention der Presse und ihrer Korrespon-
denten.“
Aber die Räuberei, die Blair mit Hilfe von Baugesell-
schaften bei seinen zahlreichen Eisenbahnprojekten betrieb,
bildete nur einen Teil des Reichtums, den er an sich riß.
Ein Achtel des ganzen Gebietes des sehr fruchtbaren Staates
Iowa war den Eisenbahnen zugesprochen worden, von denen
die meisten Blair gehörten. Es bildete eine beinahe ebenso
große Fläche wie der Staat Massachusetts. Ansiedler waren
gezwungen worden, übertrieben hohe Preise für Ackerland zu
zahlen und waren sehr oft Hypothekenschuldner der Eisen-
bahngesellschaften. Eine ausführliche Beschreibung von
Blairs Geschäftspraxis würde nur eine Wiederholung dessen
sein, was in früheren Kapiteln von andern Magnaten ge-
sagt worden ist.
Philanthropie und Taten einander gegenübergestellt
Obwohl in persönlichen Ausgaben von unverbesserlichem
Geiz — so schäbig wie nur irgendeiner —, gab Blair doch
gerade Geld genug für Stiftungen aus, um sich den Ruf eines
außerordentlich frommen Philanthropen zu verschaffen.
Er gründete im Westen hundert Kirchen; er errichtete mit
einem Kostenaufwande von 150000 Dollar eine presby-
terianische Akademie und gab der presbyterianischen Kirche
außerdem mehrere hunderttausend Dollar.
Was Blair und andere vor, während und nach dem Bürger-
kriege im Norden und Westen taten, das taten John W.
Garrett und Johns Hopkins in Maryland. Wenn Garrett
auch jetzt kaum noch erwähnt wird, so wurde er doch zu
seiner Zeit als „berühmter Eisenbahnkönig‘“ gepriesen;
und in diesem Falle ist es nicht so sehr der Mann selbst,
noch sein Vermögen, was Interesse erregt, als vielmehr die
Geschichte der Eisenbahnstrecke, die zum großen Teil ihm
und Hopkins gehörte; diese Besitzung bildet heute eines der
großen Verkehrsnetze des Landes.