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Von Garrett und Hopkins mit Geld versehen, beschäftigten
sich die politischen Führer von Maryland damit, Partei-
versammlungen zustande zu bringen, Wähler skrupellos zu
bestechen und Wahlurnen mit gefälschten Wahlzetteln zu
füllen, um auf diese Weise die Wahl willfähriger Beamten
sicherzustellen. Mit einem Male war der Kanal tatsächlich
in ihren Händen, und Garrett und Hopkins machten seine
Konkurrenz unwirksam.
Nachdem sie ein vollständiges Monopol erreicht hatten,
forderten sie übertrieben hohe Frachtpreise und ver-
mehrten ihre Einkünfte auch dadurch, daß sie die Gehälter
ihrer Angestellten herabsetzten. In ihrer Verzweiflung
erklärten die Eisenbahnarbeiter im Jahre 1877 den Streik.
Falsche Berichte über die Gewalttätigkeit der Streikenden
wurden sofort weithin verbreitet. Indem man diese Be-
schuldigungen zum Vorwand nahm, wurde Militär herbei-
gerufen. In Martinsburg, West-Virginia, weigerte sich die
Staatsmiliz auf die Streikenden zu schießen, aber eine Kom-
panie der Miliz, die sich aus Elementen zusammensetzte,
die den Streikenden feindlich gesinnt waren, eröffnete das
Feuer, tötete viele der Streikenden und verwundete andere.
Hopkins wird Philanthrop
Sowohl Garrett wie Hopkins zogen aus ihrer Herrschaft
und ihrer Behandlung der Baltimore- und Ohio-Eisenbahn
große Summen. Hopkins’ Vermögen belief sich bei seinem
Tode auf angeblich 10 Millionen Dollar. Zur Zeit seines
Ablebens im Jahre 1873 war er der „wohlhabendste Bürger
von Baltimore“. Er war ein sehr geiziger Mann, wurde aber
wenigstens in einer Hinsicht während seiner letzten Lebens-
jahre freigebiger. Indem er dem Beispiel vieler anderer
Multimillionäre seiner Zeit folgte, sicherte er sich ein
dauerndes Andenken als „großer Philanthrop“. Zu diesem
Zwecke gab er im März 1873 ein Vermögen von ungefähr
4 500 000 Dollar zum Bau eines Hospitals in Baltimore her;
er beschenkte Baltimore mit einem öffentlichen Park und
stiftete 3 500 000 Dollar als erste Gabe zur Gründung
der Johns Hopkins-Universität. Hier ist die Frage an-