Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Kapital zu geben, mit dem sie Eisenbahnen und anderes
Eigentum aufkaufen konnten!). Wir haben das in den Vereinigten
 Staaten während des Bürgerkrieges und unmittelbar
 darauf herrschende Finanzsystem schon beschrieben : wie
dem Volke Steuern in Höhe von 18 bis 20 Millionen im
Jahre auferlegt wurden, damit die Bankiers und andere
Obligationeninhaber ihre jährlichen Zinsen erhielten.

Gesetzgebung zur Begünstigung des Raubes

Aber die während des Bürgerkrieges erlassenen außerordentlichen
 Finanzgesetze waren nur die Vorläufer anderer,
in späteren Jahren durch die Bankiers und die allgemeine
Klasse der Gläubiger veranlaßten Gesetze, durch welche
diese ihr Vermögen und ihre Macht sofort bedeutend vermehrten
 und in den Stand gesetzt wurden, den Produzenten
noch viel wirksamer als vorher die Daumenschrauben anzulegen.

Das bemerkenswerteste dieser (Gesetze war das am
12. Februar 1873 im Kongreß durchgebrachte, das die Entthronung
 des Silbers als Münze tatsächlich durchführte.
Dies war derselbe Kongreß, der mit ı Million Dollar bestochen
 wurde, um ein Gesetz zu erlassen, das der Pacific-Dampfschiffsgesellschaft
 weitere 5 Millionen Dollar Subsidien
 gewährte. Die Vorlage über die Demonetisierung des
Silbers wurde durch eine Umgehung durchgebracht; mit
keinem Worte wurde darin die Ausschaltung des Silbers erwähnt,
 nur wenige wußten, was sie bedeutete. Es war eine
der geschicktesten Gesetzesvorlagen, die jemals im Kongreß
durchgebracht worden sind, und erst nachdem sie Gesetz
geworden war, fing man an, ihre geheimen Bestimmungen zu
verstehen.
1) Im geheimen haben die Rothschilds schon lange einen mächtigen Einfluß
ausgeübt, indem sie die amerikanische Finanzgesetzgebung in Händen hielten. Die
gesetzlichen Protokolle zeigen, daß sie in der alten Bank der Vereinigten Staaten
mächtige Personen waren. August Belmont & Co. waren ihre amerikanischen Vertreter.
 Im Jahre 1873 schätzte man, daß 375 Millionen Dollar amerikanische Eisenbahnpapiere
 außerhalb des Landes seien, hauptsächlich im Besitz ausländischer
Bankiers. Der Schlußbericht der Industriekommission vom Jahre 1902 (siehe S. 404
des Berichtes) schätzte die Höhe dieser im Besitze fremder Bankhäuser und sonst
im Ausland befindlichen Wertpapiere auf ungefähr 2 100 006 006 Dollar.
            
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