Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Vereinigung von ihnen wagte (wenn auch Neigung vor- 
handen war), einem solchen Ultimatum "Trotz zu bieten. 
Dies tun, hieße, den rachsüchtigen, vernichtenden Zorn 
einer Clique von nationalen und internationalen Bankiers 
herausfordern, deren Geld und Macht die verderblichsten 
Wirkungen hervorrufen konnten. Auch gab es keinen 
irgendwie möglichen Weg, sich an eine höhere Gewalt zu 
wenden. 
Was tat es, wenn viele der gesetzgebenden Körperschaften 
der Staaten Verbindungen zur Beschränkung des Handels 
mit Strafen belegt hatten? Was tat es, wenn die zornige 
Mittelklasse mit wildem Geschrei die Durchführung dieser 
Gesetze verlangte? Was tat es, daß nach dem geschriebenen 
wie nach dem ungeschriebenen Gesetz dieser Zwangserlaß 
der Bankiers eine verbrecherische Verschwörung war? 
Jeder Mann jener Versammlung wußte, daß er nach dem 
Urteil der herrschenden Gesetze an einer, Verschwörung 
teilnahm, doch niemand fürchtete ernsthaft, daß die zahl- 
reichen Landes- und Staatengesetze streng gegen ihn in 
Anwendung gebracht werden würden. Die Versammlung 
fühlte sich auf so sicherem Boden, daß an die Möglichkeit 
einer Verfolgung überhaupt nicht gedacht wurde. 
Eine andere in jener Zusammenkunft (eine „Konferenz““ 
nannte man sie) auftretende Erscheinung verdient Erwäh- 
nung. Wie sehr Menschen als Nichtigkeiten angesehen 
wurden, auch wenn sie Magnaten waren, und wie sehr der 
Besitz als das allein Wichtige betrachtet wurde, das zeigte 
sich bei der Art der Abstimmung. Die Namen der Magnaten 
wurden beim Aufruf der Stimmen nicht genannt; man er- 
wartete, daß die inkorporierten Eisenbahnen ihre Stimmen 
abgaben, und diese waren es auch, die abstimmten. So wurde 
statt des Namen Gould der Name seiner Eisenbahnen auf- 
gerufen; die Missouri-Pacific und die Wabash stimmten ab, 
nicht Gould. Was hätte schöner, einfacher und direkter 
sein können, so frei von Heuchelei, so sehr dem Geiste der 
anwesenden menschlichen Geldsäcke entsprechend? Wenn 
diese Methode nur auch im Kongreß angenommen würde, 
so würde für das allgemeine Verständnis viel gewonnen 
werden; denn solange die alten Methoden dort noch be-
	        
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