stehen, würden die meisten;unserer „Staatsmänner“ nicht
verlästert werden, wenn die Stimmliste von Korporationen
und nicht von vermeintlichen. Vertretern des Volkes ge-
bildet würde.
Wenn eine bloße Drohung der mächtigen, von Morgan
geführten Bankiers genügte, um eine Gruppe der Eisenbahn-
diktatoren der Vereinigten Staaten zu überzeugen oder in
Furcht zu versetzen, was konnte die Bankmacht dann nicht
vollbringen, wenn sie ihre Geldkraft energisch einem be-
stimmten Ziele zuwandte? Weder ein kapitalistischer
Gegner, noch irgendeine Regierung konnte dieser Macht
widerstehen. Wie weit sie in der erfolgreichen Durchfüh-
rung ihrer Pläne und in der Zerstreuung aller Hindernisse
durch ihren Terrorismus gehen konnte, zeigte sich typisch
in einem bekannten Obligationenhandel vom Jahre 1895,
wobei die Regierung der Vereinigten Staaten von einem
Syndikat von Bankiers mit Morgan an der Spitze unter-
stützt und gezwungen wurde, dem Wesen nach ein Geschenk
von vielen Millionen Dollar für das Privilegium eines nomi-
nellen und vorübergehenden Anspruchs auf einen Gold-
vorrat herzugeben, den dieselben Bankiers nur kurze Zeit
vorher der Schatzkammer der Vereinigten Staaten entzogen
hatten.
Was Wallstreet über Morgan dachte
Ehe wir dieses Unternehmen beschreiben, wollen wir
aine Abschweifung machen, um über einige dazwischen-
tretende Ereignisse aus Morgans Laufbahn zu berichten.
Sein Vater starb im Jahre 1890 und hinterließ ihm ein ober-
flächlich auf 10 Millionen Dollar geschätztes Vermögen.
Es ist aber unnötig, zu sagen, daß J. Pierpont Morgan schon
damals ein unabhängiger Multimillionär war. Daß er von
einem großen Teil des im Finanzgebiet lebenden Elements
intensiv gehaßt wurde, ist unleugbar, aber es war ein Haß,
der nicht aus einem Einwand gegen seine Methoden hervor-
ing, sondern daraus, daß er in der Brutalität oder in der
Feinheit jener Methoden die andern erheblich übertraf,
Alle ihn schmähenden Mitglieder seiner eigenen Klasse