daß die Ausgabe der neuen Aktien nur auf „Verwässe-
rung“ hinauslief.
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Morgans erstaunlich hohe Provision
Diese kurze Skizze von der Bildung des Stahltrusts würde
unvollständig sein, würde man nicht näher angeben, was
J. Pierpont Morgan & Co. für ihre Besitzanteile und für ihre
„Dienste“ als Gründer des Stahltrusts erhalten haben.
Zuerst streckten sie als zeichnendes Syndikat- ein bares
Kapital von 28 Millionen Dollar vor, um verstreute Mengen
Aktien verschiedener Anlagen aufzukaufen. Für diese Aus-
gabe von 28 Millionen Dollar erhielten sie von der Stahl-
korporation der Vereinigten Staaten (United States Steel
Corporation) I 300 000 Aktienanteilscheine, von denen
die Hälfte bevorzugte und die andere Hälfte gewöhnliche
Aktien waren, das Ganze von einem Pariwerte von 130 Mil-
lionen Dollar. Der Verkauf dieser Aktien brachte ungefähr
90 500 000 Dollar; wenn man hiervon die vorgestreckten
28 Millionen Dollar abzieht, so blieb ein Nettoertrag von
ungefähr 62 500 000 Dollar. Von diesen 6z 500 000 Dollar
ging ein Fünftel oder 12 500 000 Dollar Morgan und Teil-
habern für „Gründerdienste“ zu, und die übrigen 50 Millio-
nen Dollar wurden unter Morgan und andere Leiter des
Syndikats verteilt, wobei Morgan den Hauptteil erhielt.
„Fügt man diesem,“ so sagt der Bericht des Regierungs-
kommissars für Korporationen, „die Beträge hinzu, die den
mitbeteiligten Gesellschaften zur Zeit ihrer Neuorganisa-
tion für ähnliche ‚Provisionen‘ zugestanden worden sind und
zieht man in Betracht, daß die von den mitbeteiligten
Gesellschaften besessenen Aktien von der Stahlkorpora-
tion dieselben Umtauschbedingungen -erhielten wie sie
eben geschildert wurden, so dürfte klar sein, daß von
den Aktien der Stahlkorporation im Jahre 1901 wenigstens
150 Millionen Dollar (worin mehr als 40 Millionen Dollar
Vorzugsanteile eingeschlossen sind) direkt oder indirekt
für solche Gründer- und Zeichnerdienste ausgegeben
worden sind; und dies ging noch weit über die enormen
Beträge an gewöhnlichen Aktien hinaus, die als Gegen-