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wert für wirkliche Produktionsanlagen und für Bargeld
anzusehen sind.“?) ;
Der Bericht der Majorität der Untersuchungskommission
des Kongresses stellt die Tatsachen etwas anders dar. Er
sagt, daß während der fünf Jahre nach der Bildung des
Stahltrusts J. P. Morgan & Co. für „Gründerdienste‘“,
Preissteigerung und Einwechselung der Aktien bei der Über-
tragung der Bundes-Stahlgesellschaft, der National-Röhren-
gesellschaft und der Amerikanischen Brückengesellschaft auf
den Stahltrust 123 126 294 Dollar erhielten und daß der ganze
Betrag in Papieren und bar, der von der Stahlkorporation
und ihren Hilfsgesellschaften dem Moore-, dem Morgan-
und andern Syndikaten für ähnliche Dienste zugewandt
wurde, sich auf 160765 894 Dollar oder auf annähernd
50 Prozent des wirklichen Wertes aller ihrer Betriebsanlagen
ınd Besitztümer zusammen belief.“ ?)
Bei keiner dieser Berechnungen sind die großen Summen
in Betracht gezogen, die Morgan und seine Verbündeten
später durch ihre Machenschaften auf dem Geldmarkte ein-
heimsten. Einige von eben diesen Aktien wurden schlauer-
weise an einen Teil der in den Stahlfabriken beschäftigten
Arbeiter verkauft, in der Absicht, ihren Widerstand gegen-
über den Bedingungen, unter denen sie zu arbeiten gezwun-
gen waren, aufzuheben und sie zu veranlassen, gerade das
System zu unterstützen, durch das sie ausgebeutet wurden.
V’ierzig Millionen Aktiengewinn innerhalb eines Fahres
Morgans Gewinn stellte sich sofort ein und war riesenhaft.,
Die erworbenen Aktien konnte er zum Marktpreis von un-
gefähr 50 verkaufen. Bis zum Oktober 1902 hatten Morgan
und seine direkten Teilhaber im Syndikat schon 40 Millionen
Dollar an Gewinn verteilt?. Von wem kam dieser durch
Spekulation mit Aktien erlangte Gewinn? Von einer Menge
Geldanleger der Mittelklasse aus allen Teilen der Welt.
Angelockt durch die glühend gefärbten Prospekte des
!) „Summary of Report of the Commissioner of Corporations on the Steel
Industry,‘ 1911, Teil I, S. 38—39. ?) Report Nr. 1127, S. 67. ®) „The Truth
about the Trusts‘“, 172.