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lichen Standesnachweis führen oder irgendwelche Garantie
für eine weise, vorsichtige politische Tätigkeit geben.
Aber die Majorität seiner Kollegen hatte guten Grund,
über La Folettes Rede ungeduldig zu werden. Er bildete
eine Stimme aus der Vergangenheit. Sie vertraten die neue
Ordnung, die Ordnung einer zentralisierten Industrie und
einer von den Magnaten selbst direkt geleiteten Regierung.
Er war ein Überbleibsel der alten Überzeugung, ein Über-
bleibsel des Zeitalters des Wettbewerbs in der Industrie.
Inmitten seiner Beschuldigungen, Klagen und nichts-
sagenden Redensarten brachte Senator La Folette gewisse
Tatsachen von wirklichem historischen Wert zum Aus-
druck — Tatsachen, die durch die Berichte über das, was
wirklich geschehen war, bestätigt wurden und allen auf-
merksamen Beobachtern der während der Panik vor sich
gegangenen Ereignisse vertraut waren.
Die Panik des Jahres 1907 gab wie frühere solche Ereig-
nisse den großen Magnaten die günstige Gelegenheit, klei-
nere Magnaten zu vernichten und die Herrschaft über ihren
Besitz an sich zu reißen.
Wie die kleinen Magnaten ihre Millionen erwerben
Eine dieser kleinen kapitalistischen Cliquen war die so-
genannte „Heinze-Morse-Thomas-Gruppe‘“. Ihre Herr-
schaft umfaßte zwölf Banken und zwei Trustgesellschaften,
eine durch die Einverleibung einer Anzahl von Dampf-
schiffahrtsgesellschaften konsolidierte Küsten-Dampfschif-
fahrtgesellschaft, große Kupferbergwerke, einen Eistrust und
verschiedene andere Besitzungen. Die Beherrschung einiger
dieser Besitzungen wurde in vollem Maße durch die enormen
Einkünfte sichergestellt, die den Armen durch die Er-
pressungen des Eistrusts geraubt wurden, und diese Räu-
berei wurde durch eine korrupte Verbindung zwischen
Morse und der Tammany-Verwaltung in New York möglich
und leicht gemacht.
Ehe Morse den Eistrust organisierte, war er ein unauf-
fälliger Bankier gewesen, Bei Gelegenheit dieses Geschäfts
hatte er mit der Diskontierung der Wechsel verschiedener