Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Konkurrenz der Tennessee Kohlen- und Eisengesellschaft
auszumerzen. Um sich vor dem Bankrott zu bewahren
brauchte die Trust Company of America sofort große Summen
 Bargeld, das knapp war. Morgan und seine Clique besaßen
 das Bargeld. Die Bedingung, auf der Morgan bestand,
 war, daß die Gesellschaft ihm die Aktien der Tennessee
 Kohlen- und Eisengesellschaft, die sie als doppelte
Sicherheit für Darlehen im Besitz hatte, verkaufen sollte.
Schwer bedrängt, mußte die Trust Company nachgeben und
die Aktien zu dem gebotenen niedrigen Preise verkaufen.
Der nächste Schritt war, die Tennessee Kohlen- und Eisenzesellschaft
 zu einem Teil des Stahltrusts zu machen.
Da gab es jedoch ein Hindernis. Das Antitrust-Bundesgesetz
 untersagte solche Verbindungen. Wie konnte diese
Lage überwunden werden? Präsident Roosevelt drohte
den großen Magnaten wiederholt und stürmisch mit der
strengen Durchführung dieses Gesetzes. Aber Morgan
kannte Roosevelt augenscheinlich viel besser, als das Land
ihn kannte. Er rechnete zweifellos damit, daß Roosevelts
Reden nichts als Worte waren und daß Roosevelt von neuem
seine Unterwürfigkeit durch Taten beweisen würde. Es
zeigte sich später — am 3. Oktober 1912 — vor einer Untersuchungskommission
 des Kongresses, daß Morgan im Jahre
1904 zu dem Fonds der Roosevelt-Kampagne 150 000 Dollar
beigetragen hatte. Morgan selbst gab zu, daß er dieses Geld
hergegeben habe, als Roosevelt Kandidat für die Präsidentschaft
 war.
Man erzählte, daß Morgan durch Abgesandte nach dem
Weißen Hause Roosevelt mitgeteilt habe, daß, wenn die‘
Verschmelzung der beiden Stahlgesellschaften von der Regierung
 nicht zugelassen werde, die Trust Company of
America fallieren, eine Reihe anderer Bankrotte hervorrufen
 und die Panik vielfach verschärft werden würde.
Was auch immer die Gründe für Roosevelts Unterwerfung
 waren, er gab seine Einwilligung. Gerade zu
dieser Zeit brachten die Gerichtshöfe das Antitrust-Gesetz
zur Geltung, auf Grund einer Auslegung, die sich niemand
hatte träumen lassen, als das Gesetz durchgebracht wurde.
Die hochwürdigen Richter fanden heraus, daß Arbeiter-
            
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