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„An den Chippewa- und Red Cedar- oder Menominee-
Flüssen besteht derselbe Zustand der Verwüstung und ist
sine Reihe von Jahren fortgeführt worden. Es liegen auch
an diesen Flüssen und an ihren Nebenflüssen acht Säge-
mühlen, die zweifellos im Durchschnitt mehr als zwei
Millionen Fuß jährlich schneiden. Die Menge der in allen
diesen Mühlen geschnittenen Hölzer ist klein, wenn man sie
der tatsächlichen Verwüstung auf den Staatsländereien
zegenüberstellt, da jetzt, wie schon jahrelang, ein sehr
ausgedehntes Geschäft im „Holzfällen“ zur Versorgung
der stromab gelegenen Handelsplätze des Mississippi be-
trieben wird?).“
„An einigen Flüssen außer den genannten,‘ fügt Estes
hinzu, „lagen neunzehn Sägemühlen mit Dampf- und
Wasserkraft, die mit Schneiden beschäftigt sind und zweifel-
los jährlich vierzig oder fünfzig Millionen Fuß Bauholz
verarbeiten. Dazu kommt, daß es einen großen Floßholz-
handel den Mississippi hinunter nach St. Louis und andern
tiefer gelegenen Handelsplätzen gab?).“
Bestechung von Beamten
Diese ungeheure Menge Holz war fast ganz gestohlen.
Gewöhnlich wurden die Holzkontrolleure der Regierung
bestochen, um bei diesem kolossalen betrügerischen Treiben
ein Auge zuzudrücken, und zu andern Zeiten wurden sie
ebenso bestochen, um für unbedeutende Zahlungen an die
Regierung Genehmigungen oder Erlaubnisscheine (deren
Verkauf ihnen gesetzlich nicht zustand) zum Schneiden von
Holz von den Staatsländereien zu verkaufen. Estes berichtete,
daß er einundzwanzig Anklagen gegen einige dieser Holz-
diebe veranlaßt habe und daß sich unter der Zahl der auf
seine Veranlassung Angeklagten. auch Stunton, ein früherer
Holzkontrolleur der Vereinigten Staaten, befand, „da er
ein Mitschuldiger jener Übertreter war, insofern er an ein-
zelne Personen Erlaubnisscheine zum Schneiden und zum
Verwüsten verkauft habe.“
}) Executive Documents, First Session, Thirty-third Congreß, 1853—1854,
Bd. 24, Doc. Nr. 113, 8. 2) Ebenda, 3) Ebenda, 9.