Object: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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gestaltet worden durch die Industriebahn der Stadt Dort 
mund. 
Zu dieser günstigen geographischen Lage tritt noch 
hinzu, daß wir im Ruhrgebiet die beste Kokskohle vor 
finden. Gerade die Beschaffenheit des Koks ist für die 
Erzeugung des Roheisens äußerst wichtig. Die Ruhrkohle 
besitzt nun alle Fähigkeit, die man in der Eisenindustrie 
von einer Kokskohle verlangt. Daher finden wir auch 
fast auf sämtlichen Hochofenwerken Deutschlands Ruhr 
koks. 
Unter diesen günstigen Voraussetzungen konnte sich 
naturgemäß eine bedeutende Industrie entwickeln. Hier 
hat die deutsche Eisenindustrie sämtliche Wandlungen 
durchgemacht. Sämtliche maßgebenden Erfindungen wur 
den hier praktisch erprobt. Wir finden in Westfalen das 
Puddelverfahren, aufgebaut auf wissenschaftlichen Unter 
suchungen in der größten Vollendung, Dann kam das 
Bessemerverfahren, das hier wohl in Deutschland seine 
einzige Heimstätte hatte. Darauf wurde das für Deutsch 
land so außerordentlich nutzbringende Thomasverfahren 
eingeführt. Trotz seines englischen Ursprungs fand dieses 
Verfahren ausschließlich auf dem Kontinent seine Anwen 
dung und gerade Ingenieure des nordwestdeutschen Indu 
striegebietes verstanden es durch auf wissenschaftlicher 
Grundlage ausgeführte Versuche, dasselbe zu einer sehr 
großen Vollkommenheit auszubauen. So sind denn auch 
am Niederrhein und in Westfalen die Thomaswerke mit 
den modernsten Einrichtungen versehen. 
Als man dann lernte, aus alten Eisen- und Stahl 
gegenständen im Martinofen neuen Stahl herzustellen, ging 
man im niederrheinisch-westfälischen Industriegebiet zuerst 
dazu über, dieses Verfahren zur Massendarstellung des 
Stahles anzuwenden. Wie oben schon erwähnt, benutzte
	        
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