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und Anschläge entwarf und unternahm, um für sich selbst
persönlich, auf Kosten und zum Verlust und Schaden der
Great Northern, einen großen Profit zu machen, indem er
eine große Menge des Aktienkapitals der Chikago-, Burling-
ton- und Quincy-Eisenbahngesellschaft persönlich kaufte und
kaufen und zu seiner Verfügung halten ließ, welche Menge
dann von den Great Northern- und Northern Pacific-
Eisenbahngesellschaften zu viel höheren Preisen erworben
wurde, als er selbst für die Aktien gezahlt hatte‘.
Venner behauptete in seiner Klage weiter, daß Hill bei
dem Unternehmen einen persönlichen Gewinn von mehr als
10 Millionen Dollar hatte, und forderte Rechnungslegung.
Wir sind nicht imstande, Hills Antwort oder das Resultat
dieses Prozesses festzustellen?).
Man soll jedoch nicht annehmen, daß die Geschichte
von Hills wiederholten, in gerichtlichen und andern Pro-
tokollen nacheinander enthüllten Taten seinem hohen
Ansehen nur im geringsten geschadet hätte. Überallhin ver-
breiten seine Schmeichler bei der Presse noch immer laut
ihre phantastischen, begeisterten Beschreibungen von ihm,
wobei sie die wirklichen Mittel, durch welche er seinen
großen Reichtum erwarb, immer sorgfältig unerwähnt
lassen. Man hat viel von seiner Frömmigkeit geredet. Daß
er zum Beispiel 500000 Dollar zur Ausstattung einer
römisch-katholischen Kathedrale in St. Paul hergegeben
hat. Viel wird unaufhörlich über seine außerordentliche
Rechtschaffenheit geschrieben, seinen „finanziellen Scharf-
sinn‘ und seine „Tugenden als Geschäftsmann“. Wenn
er spricht, wird er als ein wahres Orakel gepriesen, und mit
!) Es ist sehr häufig die Beschuldigung erhoben worden, daß in den ganzen
Vereinigten Staaten oft Eisenbahnanwälte die richterlichen Entscheidungen in
Eisenbahnprozessen ausfertigen. Viele solche eigentümliche Skandalaffären sind
kürzlich ans Tageslicht gekommen. Erst kürzlich erhob die Anklagejury von Spo-
kane, Washington, gegen den Richter M. J. Gordon, den früheren Rechtsbeistand
der Great Northern-Eisenbahn für ihren westlichen Teil, Anklagen wegen Unter-
schlagung. Die Anklagejury beschuldigte gleichzeitig Hill und andere Beamte der
Great-Northern-Eisenbahn, den Versuch gemacht zu haben, ihre Arbeit zu hemmen
und die Anklage gegen Gordon zu hintertreiben, und sie erteilte ferner dem Richter
Milo A. Root eine Rüge, weil er Gordon zur Zeit, als er Anwalt der Great Northern-
Eisenbahn war, gestattet habe, in einem Prozeß mit dieser Eisenbahn ein Gutachten
auszufertigen. Dieses Gutachten unterbreitete Richter Root als sein eigenes.