Sechzehntes Kapitel
DAS AMERIKANISCHE PROLETARIAT
7wischen der Klasse der Magnaten, die den Reichtum der
z_ Vereinigten Staaten besitzen oder beherrschen, und dem
Proletariat liegt eine so breite und tiefe Kluft, daß selbst
der kühnste und bedeutendste Wortführer der kapitalisti-
schen Klasse die Torheit eines Versuches erkennt, die An-
gehörigen der Arbeiterklasse mit der unsinnigen Hoffnung
zu täuschen, sie könnten sich von ihrer dienenden Stellung
losreißen und selbst Kapitalisten werden. Für einige der
Arbeiter hätte dies in längst vergangenen Tagen ausführ-
bar sein können, als die Werkstätten noch mit den ein-
fachsten und billigsten Werkzeugen betrieben wurden und
deshalb wenig Kapital notwendig war. Aber heutzutage
sind ungeheure Geldsummen nötig, um Industrieanlagen
auszustatten und zu betreiben; selbst mittlere Kapitalisten
mit ihren Hilfsquellen von Hunderttausenden oder Mil-
lionen Dollar können nicht hoffen, mit den Trusten und
ihrem angehäuften Kapital von Milliarden den Wettbewerb
aufzunehmen. Es gibt in den Vereinigten Staaten vielleicht
sechstausend Millionäre, aber sie sind zum größten Teil
unbekannt und treten nicht hervor, und man kann sie
passend als Abhängige und Untergebene, wenn nicht als
Trabanten der großen Multimillionär-Magnaten bezeich-
nen. Kostbarer städtischer Grundbesitz oder Fabriken oder
große Warenhäuser mögen ihnen gehören, oder sie mögen
Aktionäre in einer oder der andern Art von Gesellschaften
sein; trotz alledem sind sie nicht die Männer, die die su-
veräne Herrschaft über die Hilfsquellen und den Reichtum
der Nation ausüben.
Die unbeschränkte Herrschaft über den Reichtum
Diese Herrschaft ist in den Händen von weniger als einem
Dutzend Magnaten vereint, unter denen. John D. Rocke-