Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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es keine Klage und keinen Skandal“ (z. B. in Band 3 der 
Encyclopedia Americana), so wird es gut sein, hier ein 
wenig auf die Tatsachen einzugehen: 
Am 7. Februar 1862 berichtete der Abgeordnete Charles 
H. van Wyck, der Vorsitzende der Untersuchungskommis- 
sion, über einige der aufgedeckten Schwindeleien. Er er- 
zählte, wie eine Firma einen Kontrakt auf Lieferung von 
Vieh für die Armee erhalten und sofort an eine Gruppe 
von Spekulanten verkauft hätte, von denen zwei zu den 
Eisenbahnlieferanten und zu den Freunden Camerons ge- 
hörten. Diese Clique machte sofort einen Profit von 
32 000 Dollar auf 2000 Stück Vieh. Er gab noch weitere 
Beispiele. „Die Obersten stecken mit den Lieferanten unter 
einer Decke, vergeben die Aufträge an Günstlinge, kaufen 
Artikel und lassen falsche Rechnungen ausstellen.“ „Eine 
weitere Unverschämtheit,‘“ so fuhr er fort, „war es, dem 
Kriegsministerium zwei Cent pro Meile für Truppen- 
transporte und ansehnliche Preise für Gepäck und Pferde 
anzurechnen.“ Die Profite waren so enorm, daß die Eisen- 
bahngesellschaften im Westen 1500 bis 2500 Dollar an fast 
jedes Regiment bezahlten für das Recht, es zu befördern. 
„Es ist doch seltsam,‘ sagt von Wyck ironisch, „daß der 
Kriegsminister (Cameron), der doch selbst durch lange 
Erfahrung und Beobachtung mit dem KEisenbahnwesen 
vertraut ist und sich eines mit Eisenbahnen vertrauten 
Freundes erfreut (Scott), den Eisenbahngesellschaften 
solche Summen bewilligte, daß sie für die Erlangung der 
Truppentransporte Tausende vergeuden konnten. Züge, die 
nicht so schnell gingen und oft nicht bessere Wagen hatten 
als Auswandererzüge, berechneten sie doppelt so hoch! 
Wußte Cameron nicht, daß jeder Passagier auf acht Pfund 
Gepäck Anspruch hatte? Aber das Gepäck, das mit den 
Truppen befördert wurde, ist noch extra berechnet worden.“ 
Nachdem er noch weitere Einzelheiten angeführt hatte, 
erklärte van Wyck: „Die Piraten, die den Ozean unsicher 
machen, verdienen den Abscheu der Menschheit nicht mehr 
als die Bande, die sich auf dem Lande von dem Schweiß 
der Armen und dem Blut der Tapferen mästet.“ 
William G. Holman, ein anderes Mitglied der Unter-
	        
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