Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Henry Phipps) und Cowley bestand und mit einer anderen 
Gruppe aus Henry Phipps, Thomas Carnegie (dem Bruder 
Andrews), Henry W. Oliver und gewissen anderen liiert war, 
lauter strebsamen Jünglingen, die schnell Geld machen 
wollten, die Intrigen des Geschäftslebens noch nicht so 
kannten‘ und daher anfangs ein gewisses Vertrauen in- 
einander hatten. Daher wurde Andrew Carnegie als Freund 
der Streitenden gebeten, den Streit in freundschaftlicher 
Weise zu schlichten. 
Carnegie selbst hat freilich am 10. und ır. Januar 1912 
als Zeuge vor der (Stanley-)Kongreßkommission, die den 
Stahltrust untersuchen sollte, eine andere Darstellung seiner 
frühen Laufbahn gegeben. Er sagte, er sei mit der Eisen- 
branche zuerst im Jahre 1861 in Verbindung getreten, als 
er sich mit einer Firma, namens Miller & Small, assozlierte, 
und 1862 habe er von der Pittsburger Nationalbank 
1500 Dollar geliehen, um sie als Teilhaber bei der „Schluß- 
stein-Brückengesellschaft‘‘ anzulegen, was fünf oder sechs 
seiner Bekannten auch getan hätten. „1863 bauten wir in 
Pittsburg ein weiteres Werk, und 1864 war ich einer der 
Gründer der ‚Edelerz-Mühle und Schmelzanlage‘. 1866 
bauten wir die Lokomotivenwerke in Pittsburg und 1867 
nahmen wir zwei weitere. Walzwerke in Pittsburg hinzu. 
Das war der Anfang des Carnegie-Stahltrustes,.‘“ Er be- 
zeugte ferner, er und seine Gesellschafter hätten damals sehr 
wenig Kapital gehabt: „zu verschiedenen Zeiten legten wir 
jeder 20 000 oder 30 000 Dollar ein“. Aber in Einem Atem 
damit fügte er hinzu, allein die Edelerz-Mühle habe damals 
oder etwas später 500 000 Dollar Kapital gehabt. 
Wo und wie er, ein junger Mann von 26 Jahren, noch in 
Diensten der Pennsylvania-Bahn, es fertig brachte, das 
Kapital aufzutreiben, das ihn instand setzte, sich zu solch 
einem Kapitalisten auszudehnen, das zu erklären hütete er 
sich wohl, und die bedachtsame Kommission hütete sich 
ebenso sorgfältig, ihn allzu angelegentlich danach zu fragen. 
Es ist jedenfalls Tatsache, daß sein Zeugnis voller Erinne- 
rungsfehler ist, wie wir wohlwollend sagen wollen. Er ist 
erst 1863 in die Eisenbranche eingetreten, und die „Schluß- 
stein- Brückengesellschaft‘ kann er nicht gut 1862 ge-
	        
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