Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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werden, seine Anteile zu verkaufen, so mußte Carnegies 
Einfluß auf die Union-Eisenmühlen noch wachsen. 1867 
brach zur guten Stunde ein Streit aus, oder vielmehr eine 
Neuauflage des alten, geschickt aufgefrischten, Miller hatte 
eine besondere Wut auf Phipps und weigerte sich, mit ihm 
und gewissen anderen Männern, gegen die er einen Groll 
hatte, an den Versammlungen der Direktoren teilzunehmen. 
Die Transaktion mit der Columbia-Ölgesellschaft, die Car- 
negie ihm vermittelt hatte, nagte auch an seinem Gemüt. 
Inzwischen gab sich Carnegie die größte Mühe, Miller zum 
Verkauf seiner Union-Eisenmühlen-Aktien zu bringen. 
Gleichzeitig machte er Miller die größten Freundschafts- 
beteuerungen und erklärte ihm nach Bridge in einem Briefe 
vom 4. September 1867, der Anteil habe keinen großen Wert 
und er selber sei froh, wenn er den seinen loswerden 
könnte, wenn ihm jemand dafür nur 27,40 Dollar pro Aktie 
geben würde. Er besaß damals 1600 Aktien. 
Miller fand seine Stellung als Teilhaber bei den Union- 
Eisenwerken immer unerträglicher und schaute sich nach 
jemand um, der ihm seinen Anteil abkaufen würde. 
Andrew Carnegie erbot sich in zuvorkommender Weise, 
jemand zu finden. Schließlich erschien einer auf der Bild- 
Häche, den Miller für einen gewissen David A. Stewart hielt 
und dem er seine Aktien schließlich. für je 32 Dollar ver- 
kaufte. Zu seiner Überraschung und Kümmernis erfuhr er 
aber bald, daß der wirkliche Käufer kein anderer war als 
Andrew Carnegie selber! Der Anteil, den Miller verkaufte, 
umfaßte gewisse Aktien, die er vorher von einem Herrn 
Matthews gekauft hatte. Auf diese Weise vergrößerte 
Andrew Carnegie seinen Anteil auf fast vierzig Prozent aller 
zusgegebenen Aktien der Union-Eisenwerke. 
Miller war jetzt vollständig abgesägt, und Carnegie war 
in seinem Streben, sich der Eisenwerke zu bemächtigen, 
ainen großen Schritt weiter gekommen. 
Nun aber trat in der Eisenindustrie ein Zwischenfall oder, 
besser gesagt, ein Ereignis ein, das deutlich bewies, es sei 
keineswegs nötig, tüchtige mechanische Aufseher zu Teil- 
habern zu haben; es zeigte sich klar, daß die erfindenden 
Mechaniker einfach als Werkmeister oder in einer sonstigen
	        
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