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der Union-Eisenwerke vollzog, lief ein ähnlicher Vorgang
bei der Schlußstein-Brückengesellschaft. Genau wie die
Unionwerke ursprünglich unter den Gebrüdern Kloman ein
Unternehmen gewesen waren, das persönlich von Besitzern
geleitet wurde, die in der Branche technische Erfahrung be-
saßen, dann aber unter die Herrschaft von Leuten geraten
war, die lediglich als Geschäftsmänner und Geldgeber ge-
kommen waren — genau so wurde die ursprüngliche Firma
Piper & Schiffler durch die Schlußstein-Gesellschaft er-
zetzt.
Piper war ein Mann von großer technischer Begabung,
der andauernd Erfindungen auf dem einen oder auf dem
anderen Gebiet ausbrütete. Sein Kompagnon Schiffler war
„ein guter Antreiber“, d. h. er verstand mit den Arbeitern
amzuspringen und die äußerste Leistung aus ihnen heraus-
zuquetschen. Beide Kompagnons hatten gleichzeitig im
Eisenbahnbau gearbeitet; den Piper hatte Carnegie schon
[858 in Altona kennen gelernt, wo Carnegie damals bei der
Pennsylvania-Bahn bedienstet war. Den Dienst bei dieser
Bahn gab Carnegie erst 1865 auf, gerade im Gründungs-
jahr der Schlußstein-Brückengesellschaft. Sobald diese
Gesellschaft gebildet war, wurden sowohl Piper wie
Schiffler zu Handlangern heruntergedrückt. Es ist nicht zu
leugnen, daß die großen Kapitalien, die in die Schlußstein-
Gesellschaft gesteckt wurden, hauptsächlich der Gewißheit
einträglicher Aufträge durch Thompson, Scott und andere
Eisenbahnbeamte zu danken waren. Bridge, der als persön-
licher Sekretär Carnegies Zugang zu gewissen privaten Doku-
menten hatte, versichert, Carnegie hätte seine Hauptanteile
an der Brückengesellschaft lediglich als Gratifikation für
seine Dienste bei der Gründung erhalten, ohne daß er dafür
einen Pfennig bezahlt hätte; da ihm diese Anteile aber nicht
genügten, habe er zur Erlangung weiterer Aktien einen
Schuldschein gegeben, zu dessen Bezahlung die vier ersten
Dividenden hingereicht hätten.
Wie durch die Binnenhandels-Kommission der Ver-
einigten. Staaten 1906 festgestellt wurde, billigte J. Edgar
T'hompson als Präsident der Pennsylvania-Eisenbahn es auch,
laß hohe Eisenbahnbeamte Geld bei Kohlengesellschaften